Preistransparenz

Einzelhandel soll Karten offen legen


Nicht immer durchsichtig: Die Preisgestaltung im LEH.
Bild: Pixabay / cocoparisienne
Nicht immer durchsichtig: Die Preisgestaltung im LEH.

Repräsentative Einkaufspreise des Lebensmitteleinzelhandels  sollen zukünftig veröffentlicht werden. Das schlägt die EU-Kommission vor und will mit einer erhöhten Preistransparenz den Landwirten helfen.

Die Gewinnspannen im Lebensmittelhandel sind in der Regel zu hoch, auf Kosten der Landwirte als Rohstofflieferanten. Diesen verbreiteten Vorwurf nimmt die EU-Kommission auf und fordert mehr Preistransparenz. Es gebe zwar zahlreiche Informationen über die Agrarmärkte, aber fast keine Daten über die Märkte zwischen den Landwirten und Verbrauchern in der Lebensmittelverarbeitung und im Einzelhandel, teilt die EU-Kommission mit. Die Informationsasymmetrie zwischen Landwirten und anderen Akteuren in der Lebensmittelversorgungskette benachteilige die Landwirte in hohem Maße und untergrabe das Vertrauen in einen fairen Handel. Dieser Mangel an Informationen über Marktentwicklungen seitens der Verarbeiter und Einzelhändler werde als „Black Box“ der Lebensmittelkette bezeichnet, und der heutige Vorschlag trage dazu bei, sie zu öffnen.

Die EU-Mitgliedstaaten sollen wöchentlich Einkaufspreise des Einzelhandels für Fleisch, Weizenmehl, Butter und Käse erfassen. Für Zucker sind monatliche Meldungen über den Einzelhandel und Verarbeiter vorgesehen. Die EU-Kommission rät den EU-Mitgliedstaaten der Einfachheit halber, kleine und mittlere Unternehmen bei der Preiserfassung außen vor zu lassen. Die Mitglieder der Union werden die Daten der EU-Kommission übermitteln, die sie ihrerseits auf ihrem Agrar- und Lebensmitteldatenportal und in den EU-Marktbeobachtungsstellen bereitstellt. Der Vorschlag wird für einen vierwöchigen Konsultationszeitraum veröffentlicht. Er wird dann von der EU-Kommission angenommen und tritt sechs Monate später in Kraft.

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