Protein-Futter

Wesjohann wartet auf Grünes Licht für Insektenmehl

Als ganze Tiere dürfen die Larven der Schwarzen Soldatenfliege verfüttert werden, zu Mehl verarbeitet noch nicht.
Enterra
Als ganze Tiere dürfen die Larven der Schwarzen Soldatenfliege verfüttert werden, zu Mehl verarbeitet noch nicht.

Die PHW-Gruppe will gemahlene Larven der Schwarzen Soldatenfliege an Masthühner verfüttern. Fehlende Genehmigungen verärgern der Konzernchef Peter Wesjohann.

Seit der BSE-Krise ist die Verfütterung von Tiermehl an Nutztiere in der EU verboten. Unter dieser Entscheidung leidet nun der Geflügelproduzent PHW, der in seinen Futtermitteln Insektenmehl verfüttern möchte, das rechtlich als Tiermehl eingestuft wird. Gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung kritisiert Unternehmenschef Peter Wesjohann, dass die EU zwar erlaubt lebende Larven zu verfüttern, eine Nutzung des Insektenmehls aber ausgeschlossen bleibt.

Das Know-how für die Zucht und Verarbeitung der Larven erwarb die PHW-Gruppe mit einer Beteiligung an dem kanadischen Unternehmen Enterra. Nun würde Wesjohann das Insektenmehl gerne in Deutschland testen. Dazu wurde bei der EU-Kommission ein Antrag für Versuche gestellt, um herauszufinden, welche Auswirkung die Fütterung der Mehle auf das Geflügel hat. Am Unternehmenssitz in Rechterfeld bei Cloppenburg ist man optimistisch, dass die Tests erfolgreich verlaufen. Doch bisher warte man vergeblich auf eine Entscheidung aus Brüssel. Auch die Bundesregierung könnte helfen, indem sie erste Praxistest erlaube, meint Wesjohann.


Er sieht in dem Insektenmehl einen doppelten Vorteil. Zum einen könnten so in einem „nennenswerten Umfang“ Sojaimporte ersetzt werden. Daneben würden die Larven mit Lebensmittelabfällen aus Supermärkten gefüttert, die bisher entsorgt werden müssten. „Aus zwei Kilogramm Lebensmittelabfall können wir ein Kilogramm Insektenmehl gewinnen“, so Wesjohann.

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