Raiffeisentag

Export ist für die Landwirtschaft zentral

Für die genossenschaftlichen Unternehmen wird der Export immer wichtiger. Davon ist Franz-Josef Holzenkamp, Präsident des Deutschen Raiffeisenverbandes überzeugt.

Rund ein Drittel der Landwirtschaftlichen Einkommen würden über den Export bestritten. Made in Germany sei gefragt und da sei noch Luft nach oben, so Holzenkamp. "Wir müssen uns vor allem breiter aufstellen, um geopolitische Entwicklungen besser abfedern zu können", sagt er heute anlässlich des Raiffeisentages in Berlin. Insbesondere die bürokratischen Prozesse müssten weiter verbessert und vereinfacht werden. Den Vorstellungen von Phil Hogan hinsichtlich der Kappung der Direktzahlungen erteilte er eine klare Absage. Dieser Vorschlag stoße bei den Agrargenossenschaften auf komplettes Unverständnis und biete keine Basis für Investitionsentscheidungen, die auf lange Frist angelegt seien. Dem müsse man Rechnung tragen. "Strukturbrüche können wir überhaupt nicht gebrauchen", sagte Holzenkamp.

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  1. EU-Bauer Klaus1618
    Erstellt 7. Juni 2018 10:31 | Permanent-Link

    Wer legitimiert Holzenkamp, sich einzig für ganz wenige große Genossen agrarpolitisch in Szene zu setzen? Das Ansinnen einer Vielzahl von Kleingenossen tangiert ihn augenscheinlich herzlichst wenig. Auch der DRV hofiert die 25% der besten Betriebe, an denen er herausragend gut verdient, stehen selbige natürlich auch selbstredend in weitreichender Abhängigkeit unserer vor- und nachgelagerten Agrarindustrie. In diesen Reihen sind allerdings auch die beisswütigsten Kannibalen innerhalb der ländlichen Räume beheimatet.

    Ein kaum mehr zu korrigierendes Problem im Nachhinein, das sich mittlerweile zunehmend herauskristallisiert: Man hat begleitend parallel im Verlaufe solcher „Raubritterfeldzüge“ Prämienrechte teuer zugekauft; ein nunmehr vielleicht vollkommen sinnloses Invest. Welches florierende Geschäftsmodell bricht damit auch dem DRV einfach weg, wenn die Abtretung der Prämienrechte infolge einer Deckelung der jeweiligen Prämienhöhe beängstigend eingeschränkt wäre. Welche Differenzen müssten da ggf. schlagartig ausgebucht werden!?

    Laut Bauerpräsident Rukwied generieren die Bauern hierzulande maximal 40% des deutschen Durchschnittseinkommens (inklusive PRÄMIEN!), das heißt, die Masse der Einkommen fließen alljährlich unverzichtbar aus dem intensivmedizinischen Staatstropf auf die jeweiligen Bauernkonten.

    Herr Holzenkamp sollte also glasklar offen und ehrlich definieren, ob er nicht weit eher ausschließlich die Interessenslage der weit über 70.000 Raiffeisen-Mitarbeiter auf seinem Flimmerbildschirm verwaltet. Seine Annahmen, mehr als ein Drittel der Einnahmen werden aus dem Export generiert, lassen eine entsprechende Deutung jedenfalls durchaus zu.

    Wer hat über mehrere Jahrzehnte im übrigen die zunehmend in die Kritik geratene Pflanzenschutzstrategie maßgeblich mitzuverantworten unter der Zielsetzung, einzig Nahrungsmittel in Massenhaftigkeit zu erzeugen, ohne jedwede tiefgreifenden Visionen jemals nur angedacht, geschweige denn fortentwickelt zu haben? Einzig die Exportstrategie wird hier wiederum als „Runderneuerung“ ins Feld geführt als alleinig glückselig machender Königsweg, so irrwitzig das auch sein mag. Ist das nicht wirklich erbärmlich kreativlos? Genau DAS offenbart unsere Bauernmisere schlechthin!

    Holzenkamp & Konsorten werden auch weiterhin bestens AN der LW verdienen; die Tatsache, dass man die meisten Bauern auf diesen Gewinnmaximierungs-Autobahnen mittlerweile mehrheitlich ins Prekariat befördert hat, nimmt man dabei geflissentlich billigend in Kauf.

    Noch die März- und Aprilrekorde der aktuellen Vegetationsperiode setzten Signale, unsere Erzeugerpreise ins Uferlose purzeln zu lassen. Wie schaut‘s demgegenüber zur jetzigen Stunde aus? - In vielen klimatisierten Büros überblickt man wohl noch nicht, auf welches Fiasko wir tatsächlich zusteuern.

    Genau das schafft natürlich auch entsprechendes Potential für die modernen genossenschaftlichen „Börsen-Vermarktungsmodelle“, die, mit welcher „Schummel-Software“ auch immer ausgestattet, gerade jene Bilanzen aufzuhübschen vermögen. - Man darf nun ernsthaft raten, in welche Hosentaschen dabei hemmungslos gegriffen wird!? Und das teilweise ganz brutal, mit Verlaub...! Nicht einmal unser Fiskus, der dabei gehörig mitblutet, nimmt daran bislang in irgendeiner Art und Weise Anstoß!

    Nun, Agribusiness as usual für Insider, werter Herr Holzenkamp, allerdings weit weniger im Interesse einer Vielzahl von Bauern...!

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