Raiffeisenverband

Genossen kommen glimpflich davon


Das Jahr 2018 war für die im Deutschen Raiffeisenverband organisierten Genossenschaften eine Herausforderung. Das Minus im Gesamtumsatz fiel mit 1,4 Prozent dennoch relativ gering aus.

Den Umsatz der 2.024 im Deutschen Raiffeisenverband (DRV) organisierten Unternehmen beziffert der Verband für das Jahr 2018 auf 62,1 Mrd. € nach 63,0 Mrd. € im Vorjahr. Als entscheidenden Faktor nannte der DRV-Hauptgeschäftsführer Dr. Henning Ehlers heute in Berlin die Dürre des vergangenen Sommers. Die Ernten etlicher Genossenschaften seien "katastrophal ausgefallen", so Ehlers. Dies habe die gesamte Wertschöpfungskette negativ beeinflusst.

Warenwirtschaft leidet unter Trockenheit

Als vergleichsweise gut beschrieb Ehlers die Ergebnisse der Warenwirtschaft. Sie bleibe  mit einem Umsatz von 35,3 Mrd. € im Jahr 2018 nach 35,5 Mrd. € im Vorjahr die umsatzstärkste Sparte im DRV. Während die Getreidevermarktung sowie der Handel mit Pflanzenschutz und Düngemitteln deutlich unter der Trockenheit gelitten hätten, habe sich das Geschäft mit Mineralölprodukten mit einem Plus von acht Prozent sehr positiv entwickelt. Auch das Saatgut habe leicht zugelegt, Futtermittel hätten sich auf Vorjahrsniveau gehalten.

Getreideernte enttäuscht

Erstmals seit mehreren Jahrzehnten hat sich Deutschland zum Nettoimporteur für Getreide entwickelt, führte Ehlers aus. Mit einer Erntemenge von nur 38 Mio. t sei der Verbrauch von rund 43 Mio. t pro Jahr deutlich unterboten worden. Das langjährige Mittel der Getreideernte in Deutschland bezifferte er auf gut 48 Mio. t. In dem Zusammenhang werde auch klar, dass auch der Einsatz von Pflanzenschutzmittel wie Fungiziden und auch die Absatzmengen an Mineraldüngern gesunken sei.

Milchwirtschaft zufriedenstellend

Der Umsatz der Milcherzeuger und Molkereien habe sich den Angaben zufolge mit 13,7 Mrd. € als stabil erwiesen. Trotz der Dürre dürfte die Anlieferung der deutschen Erzeuger an die Molkereien mit 31,7 Mio. t das Vorjahr um 1,5 Prozent übertroffen haben. Hierfür sei jedoch festzustellen, dass nach einer über der Vorjahreslinie liegenden Anlieferung im ersten Halbjahr aufgrund der Dürrefolgen die Anlieferung im zweiten Halbjahr erheblich gesunken sei, so Ehlers. Der durchschnittliche Milcherzeugerpreis werde mit voraussichtlich 34 Cent pro Kilogramm um etwa zwei Cent unter dem Wert des Vorjahres liegen.   

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