Rapsanbau

Spätere Aussaat kann Vorteile bringen


Weiterhin behindern fehlende Niederschlagsmengen in einigen Regionen Deutschlands die Bestellung der Felder mit Winterraps. Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e.V. (Ufop) verweist auf die Möglichkeit, spätsaatverträgliche Rapssorten noch in der ersten Septemberdekade erfolgreich auszusäen.

Der warme Boden bei Frühsaaten fördere häufig auch phytosanitäre Probleme, bemerkt die Ufop. Neben erhöhten Saatstärken empfehle sich daher zur Förderung der Jugendentwicklung auch eine Beizung gegen Falschen Mehltau. Betriebswirtschaftlich sei der Raps aufgrund seines erheblichen Vorfruchtwerts von bis zu 300 Euro je Hektar weiterhin von großer Bedeutung, betont sie. Bei der Bewertung des Vorfruchtwertes seien neben arbeitswirtschaftlichen Aspekten die Auswirkungen auf die Bodenfruchtbarkeit, die Unkrautsituation und die Eindämmung von Schaderregern zu beachten. Raps fördere neben der Biodiversität durch seine lange Bodenbedeckung, die starken Pfahlwurzeln und die großen Mengen an Ernte- und Wurzelrückständen auch die biologische Aktivität sowie die Strukturbildung des Bodens.

Aus Fruchtfolgedauerversuchen lägen Daten zu den Mehrerträgen des Weizens nach Raps in Höhe von 7 bis 20 Dezitonnen je Hektar vor. In der Praxis würden diese Mehrerträge mit rund 10 Prozent bemessen, wobei der Rapsweizen darüber hinaus durch Einsparungen an N-Düngung und Pflanzenschutz deutlich vorzüglicher ist als Stoppelweizen. Insbesondere bei der Auflockerung getreidereicher Fruchtfolgen könne keine andere Kultur der Raps ersetzen, betont die Ufop.

Der Rapsanbau habe in den vergangenen Jahren vor allem witterungsbedingt sein Potenzial nicht ausschöpfen können. Dennoch bleibe er für den Ackerbau in Deutschland und in Europa eine unverzichtbare Fruchtfolgekomponente. Die Regenfälle der vergangenen Wochen hätten in einigen Regionen das Aussaatfenster für den Rapsanbau in der Saison 2019/20 wieder geöffnet. Die Verarbeitungskapazität deutscher Ölmühlen für Rapssaat beträgt den Angaben zufolge über 9 Mio. Tonnen, so dass sie für den Anbau in Deutschland aufnahmefähig sind.



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