Rassismus

Ein Shitstorm für Clemens Tönnies

Der Chef des Schlachtkonzerns entschuldigte sich nach der Veröffentlichung für die Aussage. Sie sei in Form und Inhalt nicht angemessen.
Bild: Tönnies
Der Chef des Schlachtkonzerns entschuldigte sich nach der Veröffentlichung für die Aussage. Sie sei in Form und Inhalt nicht angemessen.

Der Chef von Tönnies sorgt mit einer rassistischen Aussage zur Klimapolitik für Empörung im Internet. Die Aussage des Großschlachters lasse tief blicken, heißt es dort.

Tönnies-Chef Clemens Tönnies hat am Rande des "Tags des traditionellen Handwerks" mit einer Aussage für Irritation gesorgt. Während seines Vortrags zum Thema "Unternehmertum mit Verantwortung – Wege in die Zukunft der Lebensmittelerzeugung" äußerte sich der Konzernchef auch zum Klimawandel. Höhere Steuern würden den Klimawandel nicht bremsen können, so Tönnies. Stattdessen solle man lieber jährlich 20 Kraftwerke in Afrika finanzieren. "Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn’s dunkel ist, Kinder zu produzieren." Während 1.600 anwesende Handwerker laut Westfälischer Zeitung nach kurzer Irritation applaudieren, zündet Tönnies Aussage im Internet durch.

Zahlreiche Zeitungen von Spiegel und der Süddeutschen über die Neue Westfälische bis hin zum Satiremagazin Extra3 griffen die Aussage auf. In den Kommentarspalten erntet Tönnies nun heftige Kritik. Der Umstand, dass Clemens Tönnies Vorsitzender des Fußballvereins FC Schalke 04 ist, sorgt für besondere Reichweite und in Folge dessen für zahllose, teils hämische, teils angeekelte Kommentare.

Tönnies entschuldigt sich im Internet

Mittlerweile haben die Öffentlichkeitsabteilungen von Schalke und Tönnies reagiert. Clemens Tönnies tue die Aussage leid. Sie sei falsch, unüberlegt und gedankenlos und entspräche weder dem Leitbild des Konzerns, noch des Vereins. Außerdem sei sie in Form und Inhalt unangebracht gewesen.

Ob der im Netz weit verbreitete Vorwurf der Geschmacklosigkeit und des mehr als zweifelhaften politischen Verständnisses hinter der Aussage nun berechtigt ist oder nicht: Tönnies Ratschlag steht in deutlichem Kontrast zu einer Meldung vom vergangenen Dienstag. Da hatte Spiegel Online einen neuen Weltrekord im Bäume-pflanzen gemeldet. Der neue Inhaber des Weltrekords: Äthiopien mit 354 Millionen neu gepflanzten Setzlingen innerhalb von zwölf Stunden. 


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