Real-Übernahme

Kaufland will die Preise drücken


imago images / Revierfoto

Nachdem Metro ihre SB-Warenhaus-Tochter Real verkauft hat, zeigt nun Kaufland Interesse an 100 Häusern. Aus Sicht der Landwirtschaft ist interessant, wie die Expansion finanziert wird.

Kaufland will durch die Übernahme von Real-Standorten wachsen. Der Großflächenbetreiber plant, mindestens 100 Standorte zu übernehmen, berichtet die „Lebensmittel Zeitung“ (LZ). Kaufland spiele damit eine Schlüsselrolle in der eingeleiteten Neuordnung. Denn es war von Anfang an geplant, dass ein Großteil der 276 Real-Standorte an Konkurrenten der Metro-Tochter gehen soll. Kaufland will nach LZ-Informationen vor allem in Regionen expandieren, in denen man bisher eher schlecht aufgestellt ist. Dies betreffe neben Nordrhein-Westfalen auch den Norden Deutschlands.

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Laut Lebensmittel Zeitung hat man bei Kaufland auch klare Vorstellungen davon, wie die Expansion finanziert wird. „Der Einkauf, so die Überzeugung, werde den Großteil der Kosten über bessere Konditionen bei der Industrie einspielen“, schreibt das Fachblatt für den Einzelhandel. Umsatzsteigerungen und Marketingaktivitäten rund um Neueröffnungen nach Umbauten ließen sich in den Verhandlungen mit Herstellern gut einpreisen, erklärt ein Unternehmenskenner gegenüber der LZ.

Zudem wolle Kaufland die Ware zu besseren Konditionen beziehen als zuletzt Real – was die Rendite der einzelnen Standorte unmittelbar verbessern würde. Das Unternehmen rechnet mit Rohertragsverbesserungen von mindestens 100 Mio. € pro Jahr, heißt es in der LZ. Damit dürfte auch der Preisdruck für Lebensmittellieferanten wie Molkereien und Schlachtunternehmen steigen. Die Lebensmittelindustrie könnte dann gezwungen sein, die Preise für die Erzeuger von Milch und Fleisch zu senken.

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  1. Klaus Mendala
    Erstellt 26. Februar 2020 04:36 | Permanent-Link

    Müssen die Produzenten da mitspielen. Wir Verbraucher sind jetzt gefordert keine Produkte mehr zukaufen die eindeutig zu günstig angeboten werden. Egal ob Lebensmittel Textilien oder Verbrauchsartikel.

  2. Daniela Hofmann
    Erstellt 26. Februar 2020 08:59 | Permanent-Link

    Kaufland wird erst mal verkraften müssen, dass die real, - - Mitarbeiter in den für eine Woche langen geplanten Generalstreik treten, damit erstens keine Mitarbeiter von Kaufland bzw. real,- für die Übernahme benachteiligt bzw. entlassen werden. Zweitens wollen alle Mitarbeiter von real, - und Kaufland damit einen einheitlichen verbesserten Tarifvertrag mit der Verdi erwirken. Damit dies auch funktioniert, schließt sich der Verband der Molkereien mit einem Lieferstopp zur Erreichung fairer Produktpreise an, andere Bereiche folgen im gleichen Zug. Das Thema wird die Medien vermutlich bis Ende des Jahres beschäftigen, die Streiks vermutlich noch ausgeweitet. Ich bin mal gespannt...

  3. Angelika Westphal
    Erstellt 26. Februar 2020 11:50 | Permanent-Link

    Ich fände es gut wenn Kaufland auch nach Gelsenkirchen käme. Ich hoffe Sie bekommen den Zuschlag

  4. Angelika Brauner
    Erstellt 26. Februar 2020 13:11 | Permanent-Link

    Als Verbraucher werde ich das nicht unterstützen, vielen Dank für die Informationen, sowohl was die Firmenpolitik betrifft als auch den Umgang mit Lieferanten und Personal.
    Ich hoffe, es schließen sich viele andere an.
    Es kann generell nicht mehr so weitergehen, immer billiger, immer schlechter...

  5. J. Machulla
    Erstellt 26. Februar 2020 13:58 | Permanent-Link

    Kaufland wird mit seinen plastikverpackten , minderwertigen Fleischprodukten scheitern. Da geht man doch lieber zu Anbietern , die hochwertige frische Produkte anbieten. Bei Molkereiprodukten ist es nicht anders. Schade um Real.

  6. gbm
    Erstellt 26. Februar 2020 15:08 | Permanent-Link

    Sind von den über 30 tsdn. Stammpersonal noch überhaupt 10 tsdn. effektiv verfügbar. Unter Beachtung der Krankschreibung und neue Verträge in der Tasche. Fraglich ist auch noch die Verbleibenden und deren Motivation bzw. Qualifikation.

    PS. Interessant ist auch, wer in der Auffangunternehmung federzeichnend involviert ist!

  7. Öko Merlin
    Erstellt 26. Februar 2020 17:16 | Permanent-Link

    Ja, man sollte den Preis prozentual an das Einkommen des Käufers binden.

  8. Micha
    Erstellt 27. Februar 2020 07:03 | Permanent-Link

    Wir brauchen auch einen in schwentinental
    Da fehlt Kaufland
    Und wenn es um Preise geht, dann sollte man mal überlegen wie groß der Unterschied zwischen Arm und Reich schon ist. Da sollte sich dir Politik mal lieber Gedanken machen, denn wer arbeiten geht und trotzdem kaum Geld zum Leben hat.

  9. Maik
    Erstellt 27. Februar 2020 08:45 | Permanent-Link

    Es ist schön wie viele hier schreiben dann kaufe ich wo es teurer ist, aber es gibt leider mehr als genug Familien die müssen bei jedem Einkauf auf jeden Cent achten. Die sind darüber sicherlich froh wenn es auch Mal an 2 Tagen ein Stück Fleisch gibt

  10. Artur
    Erstellt 27. Februar 2020 10:04 | Permanent-Link

    Nach meinem Kenntnisstand zahlt Kaufland im Gegensatz zu Real Tariflöhne. Das wäre auch Mal ein Ansatz. Ich bemühe mich auf jeden Fall nur Supermärkte auszuwählen die diesem Ansatz entsprechen

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