Reduktionsstrategie

Gemeinsam gegen Fett und Zucker


Das Bundesagrarministerium hat ein Strategiepapier zur Verminderung des Gehalts von Zucker, Salz und Fett in Lebensmitteln vorgelegt. Statt per Gesetz soll die Ernährung der Bevölkerung durch Selbstverpflichtungen der Wirtschaft verbessert werden.

Wie auch schon beim Reizthema Tierwohl, setzt Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) bei der Begrenzung des Zucker- und Fettgehalts in Lebensmitteln auf Freiwilligkeit statt auf rechtliche Vorgaben. Die jetzt bekannt gewordene, nationale Reduktionstrategie für Zucker, Fette und Salz in Fertigprodukten folgt auf eine Grundsatzvereinbarung mit Verbänden der Lebensmittelwirtschaft, die bei einem „Runden Tisch“ Ende September im Bundesagrarministerium getroffen wurde. Sie beinhaltet im Wesentlichen die Reduktion des Zuckergehalts, von industriellen trans-Fettsäuren und Salz in Fertiggerichten, geht aus dem Papier hervor, das agrarzeitung.de vorliegt.

Maßnahmen müssen noch konkretisiert werden

Mit der Umsetzung der Strategie wird laut BMEL Anfang 2019 begonnen. Die einzelnen Schritte sowie Zielvereinbarungen müssen bis dahin noch konkretisiert werden, heißt es weiter aus dem Ministerium. Ein wissenschaftliches Monitoring soll die Wirksamkeit und Einhaltung der Zielvereinbarungen überwachen. Das Monitoring wird dem Ministerium zufolge in den Bereichen Produkte sowie Ernährung und Gesundheit erfolgen.

Während ein Produkt-Monitoring den Gehalt an Energie, Zucker, Fetten und Salz in Fertigprodukten abbilden soll, sollen Ernährungs-und Gesundheitserhebungen Daten zur Energieaufnahme sowie zur Zucker-, Fett- und Salzzufuhr in der Bevölkerung liefern und Hinweise geben auf deren gesundheitliche Auswirkungen. Die Basis für das Produkt-Monitoring liefern Daten des Max Rubner Instituts (MRI) aus dem Jahr 2016. Die Datenbank des MRI umfasst die Energie- und Nährstoffgehalte von 12.500 im deutschen Lebensmitteleinzelhandel häufig gekauften und vorgefertigten Produkten. Ab Herbst 2019 ist eine erste Folgeerhebung vorgesehen.

Ein übergeordnetes Begleitgremium soll dafür sorgen, dass „der Fokus nicht verlorengeht“, heißt es in dem Papier. Eine digitale Plattform soll Transparenz schaffen. Bis 2025, so das BMEL, sollen die Ziele, eine gesunde Ernährung in der Bevölkerung zu fördern und den Anteil der Menschen mit Übergewicht zu verringern, erreicht werden. In Deutschland gelten dem BMEL zufolge 47 Prozent der Frauen, 62 Prozent der Männer und 15 Prozent der Kinder als übergewichtig.

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