Svenja Schulze (SPD) ist die neue Bundesumweltministerin
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Svenja Schulze (SPD) ist die neue Bundesumweltministerin

Svenja Schulze wird Bundesumweltministerin. Die SPD-Politikerin war in Nordrhein-Westfalen früher Wissenschaftsministerin. Die Agrarwirtschaft hofft daher auf einen sachlicheren Austausch mit der Neuen.

Svenja Schulze ist zurzeit Generalsekretärin der SPD Nordrhein-Westfalen. Zuvor war die 49-Jährige unter der ehemaligen Ministerpräsidentin Hannelore Kraft sieben Jahre Ministerin für Wissenschaft, Innovation und Forschung in NRW. Eine ihrer bedeutenden Entscheidungen war die Abschaffung der Studiengebühren.

Schulze stammt aus Münster in Westfalen und hat Germanistik sowie Politikwissenschaft studiert. Berufliche Erfahrungen sammelte sie in der Werbe- und PR-Arbeit sowie als Unternehmensberaterin. Schulze ist eine von sechs SPD-Ministern in der neuen Großen Koalition (GroKo). Sie löst Barbara Hendricks ab, die seit 2013 Bundesumweltministerin war.

DRV hofft auf wissenschaftlich orientierten Diskurs

Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) begrüßt, dass die Regierungsbildung mit der Benennung der Kandidaten für die Ministerposten seitens der SPD voranschreitet.  „Der DRV bietet Svenja Schulze als Bundesumweltministerin eine konstruktive Zusammenarbeit an. Für langfristige Investitionen im ländlichen Raum brauchen wir einen sauber abgestimmten und verlässlichen politischen Rahmen“, teilte Dr. Henning Ehlers, Hauptgeschäftsführer des DRV, auf Anfrage von agrarzeitung.de mit.

Auch der Deutsche Bauernverband (DBV) signalisiert Dialogbereitschaft: „Umweltpolitik hat große Relevanz für die Landwirtschaft. Deshalb wollen wir mit der zukünftigen Umweltministerin bald möglichst in den Dialog einsteigen", so DBV-Präsident Joachim Rukwied gegenüber agrarzeitung.de.

Der DRV setzt zudem darauf, dass mit der einstigen Wissenschafts- und Forschungsministerin „ein stärker wissenschaftlich orientierter Diskurs beim Thema Landwirtschaft möglich sein wird", so Ehlers. „Wir hoffen sehr, dass es mit ihr und Julia Klöckner als Agrarministerin zu einer konstruktiveren Abstimmung zwischen Umwelt- und Agrarressort kommt“, fügt der Hauptgeschäftsführer hinzu.


Zwischen der noch amtierenden Resortchefin Barbara Hendricks (SPD) und der Landwirtschaft hat es bisweilen ordentlich geknirscht. In der Auseinandersetzung um die Verlängerung der Zulassung von Glyphosat war es zu einem zwischenzeitlichen Zerwürfnis mit dem damals amtierenden Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) gekommen. Vor allem die konventionelle Agrarwirtschaft kritisiert Hendricks Ablehnung des Wirkstoffs. Außerdem hatte das Umweltministerium unter der Führung Hendricks eine Plakatkampagne mit „Neuen Bauernregeln" lanciert, um über mutmaßliche Fehlentwicklungen in der Landwirtschaft aufzuklären. Damit hatte Hendricks für großen Unmut in der Land- und Agrarwirtschaft gesorgt.

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