Report Agrarmärkte

Auf Rekordkurs


Zu Beginn des Jahres verharrte der Schweinepreis in Deutschland auf einem Niveau von 1,36 €/kg Schlachtgewicht (SG). Seit Anfang Februar hat sich die Lage deutlich verändert Seit Anfang Februar hat sich die Lage deutlich verändert: Die rasant steigende Nachfrage aus China hat den Preisen ordentlich eingeheizt.

Die Erlöse der Erzeuger stiegen bis Mitte Mai auf 1,80 €/kg SG. Als Preistreiber wirkte die sprunghaft gestiegene Nachfrage in China. Dort leidet die Produktion unter der Afrikanischen Schweinepest (ASP).

Ferkel bleiben knapp

Den chinesischen Behörden gelingt es nicht, die Tierseuche einzudämmen. Selbst wenn die gestiegenen Preise den Konsum im Inland bremsen sollten, muss China deutlich mehr Schweinefleisch importieren. Wichtigste Lieferanten für den chinesischen Markt werden neben der EU Brasilien und Kanada sein. Die EU steigerte ihre Ausfuhren im 1. Quartal um 26 Prozent auf 454 000 t. Die Branche geht davon aus, dass der Exportrekord aus dem Jahr 2016 von 1,86 Mio. t in diesem Jahr übertroffen wird. In Deutschland haben sich die Ferkelpreise innerhalb eines halben Jahres mehr als verdoppelt. Ferkel werden knapp bleiben, denn kurzfristig ist eine Ausweitung der Produktion nicht möglich.

2-Euro-Marke am Horizont

Sollte in den kommenden Wochen besseres Wetter die Grillsaison einläuten, könnten die Preise für Schlachtschweine hierzulande bis auf 2 €/kg SG steigen. Auf das ganze Jahr gerechnet, wird der Absatz in Deutschland aber wohl auch 2019 weiter zurückgehen. Höhere Preise könnten die Verbraucher animieren, auf Geflügelfleisch auszuweichen. Die Lage der Schweinehalter bleibt trotz fester Märkte von Unsicherheit geprägt. Die größte Gefahr ist ein Übergreifen der ASP von Osteuropa auf Deutschland.

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