Report Agrarmärkte

Schwache Preise für Futtergerste


Für das kommende Wirtschaftsjahr ist weiterer Preisdruck am Markt für Futtergerste zu erwarten. In Deutschland ist die Anbaufläche gestiegen.

Aber vor allem die guten Aufwuchsbedingungen in den Schwarzmeerländern und im Baltikum sowie hohe Endbestände weltweit sorgen für Druck auf den Markt. Nach dem Regen im Mai präsentieren sich die Bestände hierzulande gut. Die Erwartungen an die Ernte sind positiv. Dennoch können die Wettermärkte bis zur neuen Ernte noch einmal antreten.

Dabei galt das Angebot an Futtergerste in Deutschland im zu Ende gehenden Wirtschaftsjahr 2018/19 zunächst als knapp. Gründe hierfür waren eine kleinere Anbaufläche, schwache Erträge zwei Jahre in Folge und gute Exporte. Die Kurse zogen an, zeitweise war Gerste sogar teurer als Weizen. Das galt sowohl für den Südwesten Deutschlands als auch für Südoldenburg. Ein Grund für diese knappe Versorgung am Markt lag auch im Einkaufsverhalten der Exporteure. Sie setzten zunächst auf steigende Ausfuhren und sorgten mit Käufen vor.

Doch diese Erwartungen sind nicht erfüllt worden. Anfang dieses Jahres begannen die Kurse zu bröckeln. Händler trennten sich von Ware, die für den Export vorgesehen war. Ebenso haben Importe französischer Gerste die Preise auf dem deutschen Markt unter Druck gesetzt. Darüber hinaus kommt aus der Landwirtschaft jetzt Ware auf den Markt, was zu einem weiteren Rückgang der Preise führt. Die Hoffnung auf anziehende Kurse gibt entsprechend nach. Der Preisabstand zu Weizen wird wieder größer.

Regionale Unterschiede

Für den Anschluss an die neue Ernte ergibt sich ein regional unterschiedliches Bild: Besonders in Veredelungsregionen im Süden, beispielsweise in Baden-Württemberg, ist die Ware nach wie vor gefragt und wird entsprechend vom Markt honoriert. In Baden-Württemberg liegen die Franko-Preise zum Ende des Wirtschaftsjahres bei 178 bis 182 €/t. Gleichzeitig werden ab Station 175 bis 178 €/t genannt. In Bayern sind Kurse von 182 bis 185 €/t ab Station aufgerufen. Marktteilnehmer schätzen die Verfügbarkeit von unverkaufter Gerste im Süden als nicht mehr sehr hoch ein.

In Südoldenburg dagegen sind die Franko-Kurse auf 176 €/t abgerutscht. Im Winter waren zeitweise 220 €/t aufgerufen. Teilweise wurde die hochpreisige Ware aus den Rationen herausgerechnet oder von günstigerem Mais verdrängt.

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