Volksbegehren

Bauern fürchten Totalverbote für Pflanzenschutz


Die Artenschützer in Baden-Württemberg werden von einem breiten Bündnis unterstützt. Nicht wenige Partner kommen aus dem Ökolandbau.
Bild: Volksbegehren Artenschutz
Die Artenschützer in Baden-Württemberg werden von einem breiten Bündnis unterstützt. Nicht wenige Partner kommen aus dem Ökolandbau.

Im Südwesten starten das Volksbegehren "Rettet die Bienen" mit der Unterschriftensammlung. Der Bauernverband warnt davor, die Existenz von Familienbetrieben zu gefährden.

Jeder 10. Einwohner in Baden-Württemberg oder insgesamt eine Million Bürger müssen die Initiative unterstützen, damit der vom Innenministerium geprüfte Gesetzentwurf des Volksbegehrens "Artenschutz – Rettet die Bienen“ im Landtag zur Abstimmung vorgelegt werden kann. Der Entwurf stammt aus der Feder der Initiative "pro Biene". Im Gegensatz zum Volksbegehren in Bayern liegen die Unterschriftenlisten nicht nur in Rathäusern, sondern auch in anderen öffentlichen Räumen und Geschäften aus. In Bayern ist nach dem Volksbegehren mit 1,8 Mio. Unterschriften das Naturschutzgesetz entsprechend den Forderungen der Umweltschützer geändert worden.

Protest vom Landesbauernverband

Wenig begeistert von den Plänen ist der Bauernverband in Baden-Württemberg. "Die Vorschläge sehen eine massive Verschärfung des Naturschutz- und des Landwirtschafts- und Landeskulturgesetzes vor und gefährden die Existenz vieler Familienbetriebe“, ist sich Joachim Rukwied, Präsident des Landesbauernverbandes sicher. „Was wir brauchen, sind vernünftige, umsetzbare Lösungen, die den Artenschutz weiterbringen und gleichzeitig der Landwirtschaft Entwicklungsperspektiven bieten.
Forderungen des Volksbegehren "Rettet die Bienen" in Baden-Württemberg:
  • Der Anteil des Ökolandbaus an der Landwirtschaft soll bis 2035 auf 50 Prozent steigen.
  • Auf staatlichen landwirtschaftlichen Flächen soll es ausschließlich Ökolandbau geben.
  • Bis 2025 soll die Menge der eingesetzten Pestizide halbiert werden.
  • In Schutzgebieten sollen Pestizide grundsätzlich verboten werden.

Die radikalen Vorschläge des Volksbegehrens werden diesem Anspruch in keiner Weise gerecht“, kritisiert Rukwied. „Kooperation statt Verbote“ lautet die Formel des Landesbauernverbandes. Mit knapp 400.000 ha besonders naturverträglicher Bewirtschaftung, davon rund 40.000 ha Vertragsnaturschutz und zusätzlich fast 200.000 ha ökologischem Landbau, nehme das Land eine Vorreiterrolle in Deutschland für den Artenschutz ein, betont Rukwied.

Landwirte überzeugen Outdoor-Ausrüster

Bis vor kurzem unterstützte auch das Tettnanger Outdoor-Unternehmen Vaude das Volksbegehren. Geschäftsführerin Antje von Dewitz sagte gegenüber dem SWR, die Existenzängste vieler regionaler Landwirte und auch landwirtschaftlich tätiger Mitarbeiter hätten sie im Rahmen eines Runden Tisches betroffen gemacht. Vaude setzt sich nun nicht mehr für die Initiative ein.

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