Rinderherpes

Bauerbund kämpft gegen Zwangstötung


Das Bovine Herpesvirus 1 (BHV-1) löst unter anderem eine Entzündung in der Nase und in der Luftröhre aus. Diese Kuh ist jedoch gesund.
Bild: Pixabay / Capri23auto
Das Bovine Herpesvirus 1 (BHV-1) löst unter anderem eine Entzündung in der Nase und in der Luftröhre aus. Diese Kuh ist jedoch gesund.

Der Bauernbund Brandenburg spricht sich gegen die Tötung von Rindern mit der Rinderseuche BHV-1 aus. Der emotionale und wirtschaftliche Schaden sei zu groß.

 „Immer wieder auf ordentlich geführten Betrieben völlig unerklärlich auftauchende Erregernachweise legen nahe, dass BHV-1 nie ganz auszurotten sein wird“, sagte Bauernbund-Präsident Marco Hintze. Es sei an der Zeit, sich von der Illusion einer BHV-1-Freiheit zu verabschieden. Für die betroffenen Rinderhalter sei die Tötung ihrer Tiere nicht nur ein wirtschaftlicher Verlust, sondern auch eine emotionale Katastrophe. So würden die Zuchterfolge ganzer Generationen zunichte gemacht. Stattdessen solle die Kuh isoliert werden und die betroffenen Herden aus dem Bestand heraus "saniert" werden. Immerhin sei das Virus nicht für den Menschen gefährlich.

Im Städtekreis Aachen wurde am Montag auf drei Betrieben bei Routineuntersuchungen Antikörper gegen Rinderherpes nachgewiesen. Daraufhin ordnete das Veterinärsamt die Tötung aller rund 700 Tiere auf den betroffenen Höfen an. Zwei der drei Höfe klagen nun wegen Unverhältnismäßigkeit gegen die amtlich angeordnete Tötung. Die Bauern arbeiteten nun mal nicht keimfrei. Hintze sprach sich daher für einen anderen Umgang mit Tierkrankheiten aus. 

Infektion bleibt lebenslang

Das sieht man im Friedrich-Loeffler-Institut für Tiergesundheit (FLI) anders. Durch die amtliche BHV-1-Freiheit genießt Deutschland Zusatzgarantien, wenn Rinder aus Gebieten mit geringem Status nach Deutschland transportiert werden. Davon profitierten alle bäuerlichen Betriebe, auch der Deutsche Bauernbund, heißt es aus dem FLI. Außerdem sei das Sanierungsprogramm bereits erfolgreich abgeschlossen. Einmal infizierte Rinder blieben ein Leben lang infiziert und könnten andere Rinder anstecken. Deswegen sei es wichtig, konsequent gegen einzelne Ausbrüche vorzugehen. Die Impfung gegen BHV-1 sei in rinderherpesfreien Gebieten durch das EU-Recht verboten.

Es gäbe jedoch immer noch erhebliche Mängel bei der Biosicherheit und die Hygiene bei Tiertransporten und -bewegungen. Das FLI sieht darin den Hauptgrund für die Verbreitung der Infektion. Man konzentriere sich auf die Bekämpfung der Seuche auf diesem Weg.

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