In den Zielländern für Lebendvieh entsprechen die Transportbedingungen nicht immer europäischen Standards.
IMAGO / blickwinkel
In den Zielländern für Lebendvieh entsprechen die Transportbedingungen nicht immer europäischen Standards.

Der Bundesverband Rind und Schwein bietet eine Möglichkeit, die Transportdaten vom Startpunkt bis zum Bestimmungsort zu sammeln und zu speichern. So soll die Einhaltung von Tierwohlstandards überwacht und dokumentiert werden.

Der Bundesverband Rind und Schwein (BRS) hat gemeinsam mit der AFC Consulting Group einen eigenen Tierwohlstandard-Transport (TWS-T) entwickelt, der mit der Erfassung und Sicherung tierwohlrelevanter Daten entlang der gesamten Transportstrecke weitreichende Transparenz für Tierwohl schafft. Wie der BRS mitteilte, wurden für den TWS-T streng wissenschaftlich fundierte Kriterien festgelegt, anhand derer Informationen über den tierschutzgerechten und tierwohlkonformen Transport gesammelt werden. Eine eigens hierfür programmierte App liefert fortlaufend Daten vom Ort der Abfertigung über die Versorgungsstellen bis zum Bestimmungsort, die in einer dafür erstellten Datenbank gesichert werden. Der technische Einsatz der App wurde bereits auf ausgewählten Transportrouten praktisch getestet und - wie auch die Nutzung der Datenbank - geprüft.

Mit der Entwicklung des TWS-T unter Verwendung einer App und einer Datenbank geht der BRS nach eigenen Angaben weit über die tierschutzrechtlichen Vorgaben hinaus und stellt eine tierwohlkonforme Versorgung der Zuchtrinder sicher. „Der TWS-T bietet unseren Mitgliedern die Möglichkeit, das Tierwohl beim Transport von Zuchtrindern transparent zu machen“, erläuterte BRS-Geschäftsführerin Dr. Nora Hammer. Mit der digitalen Erfassung und Sicherung von Daten würden aktuellere und umfassendere Informationen zum Tierwohl als bei jeder Form von Zertifizierung erzielt. Nach Auffassung des Verbandes sollte die Politik im Sinne der Aufsichtsbehörden und Wirtschaftsbeteiligten den TWS-T für ein bundesweit einheitliches Vorgehen nutzen. Denkbare wäre auch, den TWS-T europaweit einzuführen, um Tierwohl im europäischen Wettbewerb kontrollierbar und transparent zu machen. Damit wären für alle Beteiligten eine beschränkungsfreie Teilnahme am wirtschaftlichen Warenverkehr gewährleistet und die Nutzung von sogenannten Schlupflöchern obsolet. AgE

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