Risikobewertung

Wissenschaftler analysieren Wetterschäden

Das Julius Kühn-Institut möchte ein System zum Monitoring von Extremwetterlagen entwickeln. Um genau herauszufinden, wie so eine App am besten funktionieren könnte, startet das Institut eine Umfrage.

Seit einigen Jahren häufen sich Extremwetterlagen. Dürre, Stürme, Hagel, all das scheint öfter vorzukommen und dann auch noch heftiger als früher auszufallen. Doch die wissenschaftliche Datenlage zu extremen Wetter ist dürftig. EMRA soll das ändern. EMRA, zu dessen etwas unhandlichen Namen „Extremwettermonitoring und Risikoabschätzungssystem zur Bereitstellung von Entscheidungshilfen im Extremwettermanagement der Landwirtschaft“ wenig hinzugefügt werden kann, soll ab 2020 mit bei der Risikoabschätzung helfen. So, das hoffen die Entwickler um Projektkoordinatorin Dr. Sandra Krengel vom Julius Kühn-Institut, sollen Landwirte in Zukunft besser gewarnt und beraten werden.

 „Je mehr Landwirte mitmachen, desto genauer und realistischer wird das Ergebnis.“ erklärt Krengel und hofft auf rege Teilnahme. Die Teilnahme dauert zwischen fünf und zehn Minuten. Am Ende soll EMRA ein Online-Werkzeug und eine Handy-App werden, über das Betroffene ihre Schäden durch Extremwetter melden können. Dabei ist egal, ob sie die Meldungen gesammelt eingegeben oder einzeln direkt auf dem Feld erfasst werden. 


Da neben den einzelnen Schäden auch Standortdaten erfasst werden, spielt Datenschutz eine bedeutende Rolle für die Entwickler. „Uns ist ganz besonders wichtig, dass für die Teilnehmer keine negativen Auswirkungen entstehen. Alle Daten werden mit Verzögerung veröffentlicht und anonym sein", erklärt Krengel. Im Idealfall sollen nicht nur Schäden erfasst, sondern auch neue Erkenntnisse gewonnen werden. Denkbar wären Aussagen über die Widerstandsfähigkeit einzelner Pflanzen.

Nach der Umfrage wird das Projekt 2019 in die nächste Phase gehen. Krengel hofft auf den Start ab Ende April 2020. An dem Projekt sind unter anderem der Deutsche Wetterdienst, das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung, DELPHI IMM GmbH und viele weitere Entwicklungs- und Risikobewertungsorganisationen beteiligt. Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft.





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