Rote Liste

Kampf um die Artenvielfalt bei Nutztieren

Viele Rassen wurden von wirtschaftlicheren Züchtungen verdrängt, besitzen aber immer noch "kulturellen Wert".
Bild: Image Images / Rüdiger Wölk
Viele Rassen wurden von wirtschaftlicheren Züchtungen verdrängt, besitzen aber immer noch "kulturellen Wert".

Viele alte einheimische Nutztierrassen sind in Deutschland gefährdet. Bei einzelnen Tierartet fruchten jedoch Programme für deren Erhalt.

Der Fortbestand der einheimischen Nutztierrassen ist in den vielen Fällen gefährdet. 54 der insgesamt 77 Rassen der Arten Pferd, Rind, Schwein, Schaf und Ziege benötigen zur Sicherung ihrer Existenz Maßnahmen wie Erhaltungszuchtprogramme und das Einlagern ihres genetischen Materials in Kryobanken. Dabei wird das genetische Material von mindestens 26 männlichen Tieren eingefroren. Das geht aus der aktuellen roten Liste der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) hervor.

Besonderer Handlungsbedarf besteht bei den Rinderrassen. 15 der 21 einheimischen Rassen sind gefährdet. Dennoch soll an den bisher getroffenen Instrumenten, also Haltungsprämien und Projektförderungen durch Bund und Länder, nichts verändert werden. Stattdessen soll die rassespezifische Vermarktung von Fleisch und Milch den Bedarf nach Regionalität ansprechen und so die Nachfrage vom Verbraucher wecken. Bei anderen Tierarten wie dem Schwäbisch-Hällischen Schwein oder den Murnau-Werdenfelser war die Strategie mit dem Namen „Erhalt durch aufessen“ erfolgreich.

Rote Liste: Viele Rassen sind in Gefahr



Gute Aussichten hat dagegen das Rhönschaf. Das ist infolge der Maßnahmen im aktuellen Bericht nicht mehr als gefährdet aufgeführt. Das Schaf mit dem markanten schwarzen Kopf wurde in den letzten Jahren zu einem Symbol für die Rhön.

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