Saatgutmarkt

Secobra strebt mit Weizen nach vorn


Bei Weizensorten zählt die richtige Kombination aus Ertrag, Qualität und Resistenzen.
Foto: Secobra
Bei Weizensorten zählt die richtige Kombination aus Ertrag, Qualität und Resistenzen.

Nach der Trennung von der Baywa nennt Secobra ehrgeizige Ziele. Für 2020 strebt der Züchter einen Marktanteil von 10 Prozent bei Wintergetreide an.

Anfang 2018 hat die Secobra Saatzucht GmbH den Sortenvertrieb, der vormals über die Baywa-Organisation lief, in eigene Hände genommen. Mit Erfolg, wie Secobra-Vertreter am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Köln im Rückblick auf das erste Geschäftsjahr mit eigenem Vertrieb berichteten. Bei Wintergerste haben Secobra-Sorten zur Ernte 2018 bereits etwa 10 Prozent an der deutschen Vermehrungsfläche erreicht. Diese Fläche soll etwa gehalten werden. Secobra-Vertriebsleiter Gerhard Müller nannte als besonderes Zugpferd die Wintergerstensorte Quadriga.

Schnelles Wachstum der Weizenvermehrung

Einen deutlichen Ausbau kündigte Müller für die Vermehrung von Winterweizen an. Sie hat sich zur Ernte 2019 im Vergleich zum Vorjahr bereits mehr als verdoppelt auf knapp 3.500 ha. Das entspricht gut 6 Prozent der gesamten deutschen Vermehrungsfläche. Zur Ernte 2020  nannte Müller als Ziel, diesen Anteil ebenfalls auf mindestens 10 Prozent auszudehnen. Im Weizensegment verspricht er sich besonders viel vom neuen A-Weizen Asory sowie von Campesino, der jetzt als B-Weizen eingestuft ist. „Diese Sorte profitiert vom Wegfall des Qualitätsmerkmals Rohprotein in der Zulassung", sagte Müller.

Weiteres Wachstum erwartet der Vertriebsleiter von Wintertriticale und hier besonders von der neuen frühen Sorte Riparo. Generell begründete Müller seine Wachstumsziele mit dem guten Abschneiden der Secobra-Sorten in den Wertprüfungen und in den Landessortenversuchen. Das gelte sowohl für die Ertragsleistungen als auch für Resistenzen – und bei Winterweizen für die Qualitäten.

Französische Mutter stark in Braugerste

Die Secobra Saatzucht GmbH ist die deutsche Tochter des französischen Züchterhauses Secobra Recherches SAS. Die fast 120 Jahre bestehende französische Secobra hat ihre Wurzeln in der Braugerstenzüchtung. In den 1970er Jahren kamen Wintergerste und in den 1990er Jahren Winterweizen hinzu. In Deutschland züchtet Secobra an zwei Standorten. Im westfälischen Lemgo stehen Sommerbraugerste, mehrzeilige Wintergerste und Massenweizen im Vordergrund. Im bayerischen Feldkirchen liegt der Fokus auf zweizeiliger Wintergerste, Qualitätsweizen und Sommerweizen.

Zwei Übernahmen und Trennung von der Baywa

Der Standort Lemgo besteht seit der Übernahme der Züchtungsaktivitäten von Dippe, der Standort in Feldkirchen seit der Übernahme der Saatzucht Schweiger. In Bayern befindet sich seit 2008 auch der Sitz der deutschen Secobra. Die Sorten wurden bis 2017 in Deutschland über den Baywa-Züchtervertrieb vermarktet. Seit 2018 arbeitet Secobra eigenständig.

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