Sachsen-Anhalt

Gemeinsam Treibhausgase einsparen


 Sachsen-Anhalt ist auf dem Weg, sein Klimaschutzziel für das Jahr 2020 zu erreichen. Derzeit klafft aber noch eine Emissionslücke. 


Die Emissionslücke für Treibhausgase beträgt noch etwas über 1,8 Mio. t. Deshalb stellte Energieministerin Prof. Dr. Claudia Dalbert heute den Entwurf des Klima- und Energiekonzeptes für das Land vor. Die Partner der Regierungskoalition in Sachsen-Anhalt hatten vor zwei Jahren in ihrem Koalitionsvertrag festgelegt, dass eine Senkung der Treibhausgasemissionen auf 31,3 Mio. t erreicht werden soll.

„Mit der Erarbeitung des Klima- und Energiekonzeptes wird erstmals in Sachsen-Anhalt ein Ansatz verfolgt, der Vorschläge zur Einsparung von Treibhausgasemissionen aus der Sicht des Klimaschutzes macht und dabei den Energiebereich miteinbezieht“, so die Ministerin. Die Maßnahmen des Landes können bei der Fortschreibung des Klimaschutzplans 2050 der Bundesregierung direkt eingebracht werden.

Im Januar 2018 wurde mit der Erarbeitung des Klima- und Energiekonzeptes begonnen. „Von Anfang an war es mir wichtig, dass die Verbände aus allen Bereichen ihre Vorschläge zur Einsparung von Treibhausgasemissionen einbringen“, so Dalbert. 

 

Prioritätenliste
Für die Erarbeitung des Klima- und Energiekonzeptes wurden deshalb zwei parallele Pfade verfolgt. Es wurden fünf Fach-Arbeitsgruppen gebildet, die aus Vertretern von Ministerien und Fachbehörden, der kommunalen Spitzenverbände, der Kammern und Hochschulen bestanden. Darüber hinaus wurden die Verbände und Kirchen im Rahmen von Konferenzen eingebunden. Insgesamt brachten die  Verbände und  Facharbeitsgruppen 330 Vorschläge zur Einsparung von Treibhausgasemissionen ein. Diese Vorschläge wurden zu 71 Maßnahmen zusammengefasst. Für die Maßnahmen wurden die Werte für die Einsparung von Treibhausgasen sowie die dafür zu veranschlagenden Kosten für 2020 und 2030 berechnet und eine Prioritätenliste erstellt. Jene Maßnahmen, die zu geringen Kosten die meisten Treibhausgas-Einsparungen erbringen, haben eine hohe Priorität.

„Viele Maßnahmen des Klima- und Energiekonzeptes schützen nicht nur das Klima, sondern schonen auch noch den Geldbeutel.“ Die Maßnahmen mit dem größten Einsparpotential an Treibhausgasen, vergleichsweise geringen Kosten und gleichzeitig guten Chancen, umgesetzt zu werden, wurden von den Expertinnen und Experten in den Bereichen Gebäude, Land- und Forstwirtschaft sowie Industrie und Wirtschaft ermittelt.

Im Bereich Land- und Forstwirtschaft ist der Erhalt von produktiven und klimastabilen Wäldern als Kohlenstoffsenke die zentrale Maßnahme. Damit der Wald diese Funktion zuverlässig erfüllen kann, ist der Waldumbau in Mischwälder eine sehr wirkungsvolle Maßnahme. Durch nachhaltige Forstwirtschaft können bis zum Jahr 2020 fast 400.000 t des Treibhausgases Kohlendioxid gebunden werden.

Schließlich gibt es auch Maßnahmenvorschläge, die erkennbar sinnvoll sind, aber im Hinblick auf ihr Einsparungspotential nicht berechnet werden konnten, z.B. die Bürgerbeteiligung und Teilhabe beim Ausbau erneuerbarer Energien sowie die Stärkung des Bauens und Sanierens mit ökologischen Baustoffen.

Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern

Im September haben die Bürgerinnen und Bürger im Rahmen einer Öffentlichkeitsbeteiligung die Gelegenheit, ihre Vorschläge zum Klima- und Energiekonzept einzubringen. Dazu wird vom 10. September bis 30. September ein Beteiligungsportal im Internet freigeschaltet. Der Entwurf des KEK ist auf der Homepage des Ministeriums ab heute einsehbar.

Für die gesellschaftlichen Akteure finden am 13. und am 14. September 2018 im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung zwei Regionalkonferenzen in Halle bzw. Magdeburg zur Vorstellung des Klima- und Energiekonzeptes statt.

 

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