Sachsen

Wölfe reißen 40 Schafe

Wölfe haben in Sachsen Schafe und Ziegen gerissen.
Foto: Pixabay
Wölfe haben in Sachsen Schafe und Ziegen gerissen.

Ein Wolfsrudel hat im Biospärenreservat in der Oberlausitz rund 50 Schafe und Ziegen gerissen. Auf Bundesebene fordert Die Linke bessere Prävention.

Der MDR meldet heute Morgen, dass rund 40 Schafe und fünf Ziegen tot sind. Einige Wölfe wurden sowohl von Anwohnern als auch von Mitarbeitern der Naturschutzstation "Östliche Oberlausitz" bei den gerissenen Tieren gesehen. Die Schafsherde wurde mit einem 1,10 Meter hohen Flexinetz-Elektrozaun gesichert. Bekannt ist, dass Wölfe diese Zäune überspringen können. Die Leiterin der Naturschutzstation geht davon aus, dass die Tiere bei dem Wolfs-Angriff in Panik geraten seien, den Zaun niedergetrampelt hätten und geflohen seien. 

In Brandenburg gibt es die meisten Wölfe. Sachsen liegt auf Platz 2.
Nabu
In Brandenburg gibt es die meisten Wölfe. Sachsen liegt auf Platz 2.

Das Landratsamt Görlitz spricht von mindestens vier Wölfen, die an dem Angriff beteiligt waren. 
Die Dezernentin im Landratsamt, Heike Zettwitz, geht von weiteren Konflikten aus. Deswegen wird dort jetzt die Wolfsbejagung diskutiert. Das Thema ist insofern heikel, da die Naturschutzstation mit daran arbeitet, den Wolf in der Oberlausitz anzusiedeln. Sachsen ist seit 2012 das erste und bislang einzige Bundesland, in dem der Wolf unter das Landesjagdrecht fällt. Er unterliegt aber der ganzjährigen Schonzeit, darf also nicht geschossen werden. 
Jagd verboten
Das Sächsische Umweltministerium (SMUL) hatte im Oktober 2017 nach Wolfsangriffen der Jagd auf das sogenannte "Rosenthaler Rudel" zugestimmt. Doch die gesonderte Abschussgenehmigung wurde nach Protesten von Naturschützer nicht erteilt.

Dilemma zwischen Wolfsschutz und Wolfsentnahme

Quasi zeitgleich diskutiert der Ernährungsausschuss des Bundestages die Wolfsproblematik. Am Montag gab es in Berlin ein öffentliches Fachgespräch zum Thema Herdenschutz. Dort habe sich gezeigt, dass präventiver Herdenschutz erfolgreich sei, wenn er deutlich besser finanziell und rechtlich abgesichert werde, heißt es in einer Pressemitteilung von der Partei Die Linke, die das Fachgespräch initiiert hatte. Auch müsse die Unterstützung schnell kommen. Für viele Weidetierhaltungen, insbesondere bei Schäfereien, sei es kurz vor Zwölf – auch ohne Wolf. Der dürrebedingte Futtermangel spitze die Lage weiter zu. 
"Nicht der Wolf macht der Schäferei den Garaus, sondern die prekäre wirtschaftliche Lage, die Folge einer verfehlten EU-Agrarpolitik und ihrer Umsetzung in Deutschland ist“, so Dr. Kirsten Tackmann, Linken-Sprecherin für Agrarpolitik, die sich klar gegen einen Abschuss ausspricht. 

Der Bundesverband Berufsschäfer (BVBS) forderte auf dem Fachgespräch einen „Rettungsring für betroffene Landwirte“. Der Verband kritisierte die „doppelte Normalität von Wolfsschutz und Wolfsentnahme“. Sie führe zu Komplikationen.

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