Sauenhaltung

Ostendorff kritisiert Agrarministerium

Die Zeit läuft gegen die Sauenhalter in Deutschland, äußert der agrarpolitische Sprecher von Bündnis90/Die Grünen, Friedrich Ostendorff. Dem Landwirtschaftsministerium (BMEL) wirft er mangelnden Willen zum Fortschritt vor. 

"Warme Worte reichen nicht aus", kommentiert Ostendorff den am Dienstag von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner einberufenen "Runden Tisch" zur Sauenhaltung. Seit 2013 sei das Ausstiegsdatum aus der betäubungslosen Ferkelkastartion verbrieft, so der grüne Agrarexperte. Ministerin Klöckner und ihr Vorgänger jedoch hätten nichts dafür getan, um Wissen und Verständnis für die bestehenden Methoden wie Inhalationsbetäubung und Immunokastration zu verbreiten.

Die Inhalationsbetäubung funktioniere und es gebe kein schlüssiges Argument gegen die Immunokastration, lautet seine Argumentation. Sogar die Futterverwertung der so behandelten Tiere sei deutlich besser, die Tierhalter könnten mit dieser Methode "mehrere Fliegen mit einer Klatsche schlagen", zeigt sich Ostendorff überzeugt. Doch die Fleischwirtschaft wolle dies nicht. Das Grummeln der Fleischmagnaten wiege mehr als das Votum von 80 Millionen Verbrauchern für mehr Tierschutz.

Bestehende Methoden blockieren und Lösungen verweigern, das sei die Strategie des BMEL gewesen, äußert Ostendorff Kritik. Jeglicher Fortschritt beim Tierschutz werde als Teufelswerk verkauft, statt das unbedingt nötige Vertrauen der Gesellschaft in die Tierhalter aufzubauen. Die Kastration werde weitergehen, ist er überzeugt. Es werde unschöne Bilder von Fehlbetäubungen und schreienden Ferkeln geben und die Bauern würden allein gelassen. Das BMEL und der halsstarrige Deutsche Bauernverband (DBV) sieht er als Verantwortliche "für diese unsägliche Situation".

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