Schiffsunglück

Rumänien setzt Tiertransporte in Drittstaaten aus


Rumänien gehört zu den wichtigsten Schaf- und Ziegenproduzenten in der Europäischen Union.
imago images / Nature Picture Library
Rumänien gehört zu den wichtigsten Schaf- und Ziegenproduzenten in der Europäischen Union.

Rumänien will in Zukunft Fleisch statt lebende Tiere in Drittstaaten liefern. Tierschützer fordern andere Mitgliedstaaten der EU auf, dem Beispiel zu folgen.

Nach einem verheerenden Schiffsunglück  mit über 14.000 lebenden Schafen an Bord zieht die Regierung in Bukarest erste Konsequenzen. Der rumänische Landwirtschaftsminister Adrian Oros setzte die Lebendtierexporte in Drittstaaten zunächst aus. Mittelfristig soll stattdessen gefrorenes Fleisch exportiert werden. Tierschutzorganisationen wertet diese Entscheidung als richtigen Schritt – auch für andere EU-Länder.

Ein Frachter mit 14.600 lebenden Schafen an Bord ist am 24. November im Becken des rumänischen Schwarzmeer-Hafens Midia gekentert. Der Frachter unter der Flagge der pazifischen Inselgruppe Palau sollte die Schafe nach Saudi-Arabien bringen.  Aus noch ungeklärten Gründen kam das Schiff beim Start ins Schlingern und kippte zur Seite. "Animal International" vermutet, dass das Schiff überladen gewesen sein könnte.

„Dieser Entschluss von Rumänien, einer der größten Exporteure in der EU, ist ein bedeutendes Signal in Punkto Tierschutz. Andere EU-Mitgliedsstaaten müssen diesem Beispiel folgen“, sagt Dr. Martina Stephany, Direktorin der Nutztierabteilung bei der globalen Organisation Vier Pfoten.

Tausende von Tieren litten jeden Tag unter widrigen Transportbedingungen auf extrem weiten Stecken, kritisiert die Organisation. Es sei dringend an der Zeit, Fleisch anstelle von Schlachttieren zu exportieren, Die Ankündigung des rumänischen Landwirtschaftsministers folgte nach friedlichen Protesten gegen Lebendtierexporte von lokalen und internationalen Organisationen, am 2.Dezember in Bukarest.

Vier Pfoten fordert darüber hinaus von den EU-Mitgliedern die Auflösung aller bestehenden Abkommen zum Export lebender Tiere in Drittländer sowie die Einführung einer Maximal-Transportdauer von acht Stunden. „Die Europäische Kommission ist hier dringend gefragt, schnell zu handeln – auch was die lückenlose Aufklärung dieser aktuellen Katastrophe und deren Konsequenzen betrifft“, so Stephany.

Rumänien ist mit zwölf Millionen Tieren nach Großbritannien und Spanien der größte Schaf- und Ziegenproduzent der EU. Jährlich werden rund 2,4 Millionen dieser Tiere exportiert – hauptsächlich in den Nahen Osten, die Golfregion und nach Nordafrika.

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