Schlachthof-Skandal

Landratsamt schmeißt Tierarzt raus

Der Main-Tauber-Kreis zieht die Reißleine. Der Amtstierarzt aus dem Skandal-Bericht über den OSI-Schlachthof in Tauberbischofsheim wurde fristlos entlassen. OSI kündigt Videoüberwachung an.

Das Kontrollpersonal, das im tierschutzrelevanten Bereich auf dem Schlachthof tätig war, darf bis zur vollständigen Klärung aller Vorwürfe dort nicht mehr eingesetzt werden, erklärt der Landrat des Main-Tauber-Kreises Reinhard Frank gegenüber dem Sender SWR. Dem auf dem Schlachthof eingesetzten amtlichen Tierarzt wurde gekündigt. Auch gegenüber anderen Mitarbeitern werden disziplinarische oder arbeitsrechtliche Maßnahmen geprüft. In Tauberbischofsheim ist ein Veterinär für die Prozesse vor der Schlachtung, also auch den Tierschutz, verantwortlich und ein weiterer für danach, also für die Fleischuntersuchung und die Hygiene.

Auf dem Rinderschlachthof in Tauberbischofsheim dokumentierten Aktivisten der Organisation "Soko Tierschutz" grausamste Zustände im Umgang mit Schlachtrindern. Stern TV hatte Mitte Februar die Videos ausgestrahlt. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Mosbach gegen das zuständige Veterinäramt dauern dem SWR zufolge länger als vorgesehen. 

Noch kein Termin zur Wiedereröffnung

Darüber hinaus prüft der Main-Tauber-Kreis einen Maßnahmenkatalog, den der Schlachthofbetreiber vorgelegt hatte
Dazu gehören "Veränderungen in der Infrastruktur und im Gebäude, unserer Arbeitskultur, Menschen und Management sowie bei der Aufklärung zum Tierschutz entlang unserer Lieferkette", erklärt ein Sprecher von OSI Foods gegenüber agrarzeitung.de. Diese Maßnahmen sollen, sobald sie von den Behörden bestätigt wurden, zusätzlich zu den bereits begonnenen Initiativen zur Verbesserung des Tierwohls schnellstmöglich eingeleitet werden.

OSi kündigt darüber hinaus an, 
Kameraüberwachungsprotokolle zu erstellen, um sicherzustellen, dass die Tierwohlstandards des Unternehmens in jedem Fall eingehalten werden. Eine Wiedereröffnung des Schlachthofes Tauberbischofsheim, von dem 30 Prozent der rund 200 pro Tag geschlachteten Rinder an McDonald's und etwa zehn Prozent an regionale Abnehmer gehen, stellt OSi in Aussicht, nachdem Behörden und Partner davon überzeugt sind, dass gemäß der hohen Standards und aller relevanten Tierschutzvorschriften gearbeitet werde.
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