Schleswig-Holstein

DBV sieht Dürrehilfte als Flop


Die von Bund und Ländern aufgesetzte Dürrehilfe 2018 hat die meisten Betriebe nicht erreicht. Das ist das Fazit des Bauernverbandes Schleswig-Holstein.

Die Dürrehilfte im vorigen Jahr sei für viele Landwirte zum "Flop" geworden. Verbandspräsident Werner Schwarz betonte heute in Rendsburg, dass von dem vom Land geschätzten Schaden von 422 Mio. € ohnehin 95  Prozent die Landwirte trügen. In der Öffentlichkeit sei jedoch der Eindruck entstanden, der Landwirtschaft würde großzügig geholfen. Das sei aber nicht annähernd der Fall, stellte Schwarz klar. Noch nicht einmal 10 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe hätten Dürrehilfe beantragt und derzeit sehe es nach einer Ablehnungsquote von 30 bis 40 Prozent aus, sodass allenfalls etwa 700 von insgesamt 12.500 Betrieben mit Hilfe rechnen könnten.

Von Anfang an habe der Bauernverband Schleswig-Holstein die zu komplizierten Voraussetzungen und Nachweispflichten der Bund-Länder-Vereinbarung kritisiert, erklärte Schwarz. Diese Einschätzung habe sich nicht nur durch die niedrigen Antragszahlen bestätigt, sondern werde nun noch übertroffen durch die wenig praxisgerechte Handhabung in dem Bundesland. Von einer an sich notwendigen schnellen Hilfe könne ohnehin nicht mehr die Rede sein. Man erkenne aber an, dass die Mitarbeiter des Landesamtes für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) mit hohem Einsatz gearbeitet hätten.

Hauptgrund für die Ablehnungen sei, dass man Ernteergebnisse nur anerkennen wolle, wenn eine vollständige und flächenbezogene Verwiegung der gesamten Ernte vorliege, berichtete der Verband. Dies sei erst jetzt im Rahmen der Ablehnungen bekannt geworden. Insbesondere bei der Ernte von Mais und Gras zur Verfütterung sei eine solche Ernteermittlung aber nicht üblich. Auf Ackerbaubetrieben lägen aufgrund eigener Einlagerung zumeist nur Teilverwiegungen vor. Ersatzweise werde nun auf geschätzte Durchschnittszahlen abgestellt. Die dafür gewählten Regionen seien aber zu groß und uneinheitlich, um die Betroffenheit des einzelnen Betriebs abbilden zu können.

Schwarz hob hervor, dass es nicht darum gehe, der Landwirtschaft das Wetterrisiko abzunehmen. „Mit den Unsicherheiten des Wetters zu leben, gehörte immer schon zu unserem Beruf dazu“, so der Verbandspräsident. Aber bei extremen Wetterereignissen wie der Dürre im Jahr 2018 sei Nothilfe geboten, wenn man die hart betroffenen Betriebe erhalten wolle. 

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