Schweinefleisch

China hebt Bann gegen Kanada auf


Bild: Pixabay / TheDigitalArtist

Die Folgen der ASP zwingen China zum Einlenken: Kanada darf wieder Schweine- und Rindfleisch ins Reich der Mitte liefern.

Vier Monate nach der Verhängung eines Importstopps lässt die Volksrepublik China wieder die Einfuhr von Schweine- und Rindfleisch aus Kanada zu. Die chinesische Regierung hatte die kanadischen Einfuhren im Juni untersagt und rechtfertigte die Entscheidung mit Unregelmäßigkeiten bei den Exportbescheinigungen. Als tatsächlichen Grund vermuteten Beobachter hingegen, dass die Regierung in Peking so die Freilassung der im Dezember 2018 in Vancouver auf Ersuchen der Vereinigten Staaten festgenommenen Huawei-Managerin Meng Wanzhou zu erzwingen wollte. Die kanadischen Gerichte prüfen seitdem, ob die Managerin an die USA ausgeliefert oder freigelassen werden soll.

ASP sorgt für schrumpfende Bestände

Die chinesische Staatsführung begründete die nun erfolgte Wiederzulassung der kanadischen Importe damit, dass die Regierung in Ottawa die Sicherheitsbedenken ausgeräumt habe. Auch diese Erklärung halten Beobachter nur für einen Teil der Wahrheit. Die Volksrepublik leidet unter der Afrikanischen Schweinepest (ASP) und ist auf Einfuhren von Schweinefleisch angewiesen, um den heimischen Bedarf zu decken. Das chinesische Landwirtschaftsministerium geht davon aus, dass die Tierbestände im September gegenüber dem Vorjahr um 41,3 Prozent geschrumpft seien. Das kleinere Angebot sorgt für Rekordpreise in China.

Preise für Schweinefleisch steigen

Unter diesen Umständen kann es sich China offenbar nicht leisten, Kanada - den weltweit drittgrößten Exporteur - dauerhaft zu verbannen. Das Canadian Pork Council (CPC) begrüßte die Entscheidung. Eine Delegation mit Vertretern der kanadischen Rotfleischindustrie werde in der kommenden Woche in die Volksrepublik reisen, teilte die Organisation mit. China sei für kanadisches Schweinefleisch ein bedeutender Markt. Im Jahr 2018 beliefen sich die kanadischen Exporte von Schweinefleisch auf fast vier Mrd. US-Dollar, für den Wert von 514 Mio. US-Dollar wurde Ware nach China geliefert. Damit ist China für die Kanadier nach den USA und Japan der drittgrößte Exportmarkt.

Beim chinesische Importstop für Canola aus Kanada zeichnet sich keine Lösung ab. Ach hier hatten die Behörden in der Volksrepublik formale Gründe für die Sperrung von Lieferanten genannt.

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