Schweinegipfel

Ferkelkastration: Otte-Kinast sieht Verarbeiter in der Pflicht


Handel und Verarbeiter müssen jetzt an Lösungen bei der Ferkelkastration mitarbeiten, erklärt die niedersächsische Agrarministerin Barbara Otte-Kinast
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Handel und Verarbeiter müssen jetzt an Lösungen bei der Ferkelkastration mitarbeiten, erklärt die niedersächsische Agrarministerin Barbara Otte-Kinast

Auf dem Branchengipfel zur Zukunft der Schweinehaltung in Niedersachsen fordert die Ministerin mehr Unterstützung vom Bund. Auch vermisst sie das staatliche Tierwohllabel.

Auf Einladung der niedersächsischen Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast diskutierten heute rund 20 Vertreter von Handel, Verarbeitung, Schlachtunternehmen, Landwirtschaft und Berufsstand in Hannover die Zukunft der Schweinehaltung. Die angekündigte Übergangsfrist bei der Ferkelkastration begrüßt die Ministerin ausdrücklich. Sie forderte aber jetzt klare Perspektiven und sichere Rahmenbedingungen. Denn Niedersachsen profitiere stark von der Veredelung.

Struktur in Niedersachsen
Es gibt laut Ministerium 5.700 schweinehaltende Betriebe mit rund 8,5 Millionen Tieren. Der Produktionswert der niedersächsischen Schweinehaltung betrug in 2016 rund 2,2 Mrd. €, die Verkaufserlöse lagen bei rund 24 Mrd. €.
So erwartet sie von der Wirtschaft, dass sie im Falle einer Verlängerung der Übergangsfrist für die betäubungslose Ferkelkastration die Zeit bis 2020 nutzt, um tragfähige Lösungen zu entwickeln. Die Ministerin sieht dabei vor allem die Verarbeitungs- und Einzelhandelsunternehmen in der Pflicht. „Wegducken und auf die Politik hoffen, geht jetzt nicht mehr. Wer Marktmacht hat, muss auch Marktverantwortung an den Tag legen und unsere Schweinehalter beim Ausstieg aus der Ferkelkastration aktiv unterstützen.“, so Ministerin Barbara Otte-Kinast.

Sie erwartet vor allem jetzt, dass die Bundesregierung handelt. Das umfasst der Ministerin zufolge einerseits Änderungen beim Tierschutzrecht und andererseits die schnelle Einführung des staatlichen Tierwohl-Labels. Außerdem müsse der Bund Mittel bereitstellen, um Schweine haltenden Betrieben die Teilnahme am Tierwohl-Label zu erleichtern.


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