Schweinehaltung

Bayern will Kastrationsverbot verschieben

Ab 2019 soll die betäubungslose Ferkelkastration verboten sein. Bayern und andere Bundesländer wehren sich.
Foto: schweine.net
Ab 2019 soll die betäubungslose Ferkelkastration verboten sein. Bayern und andere Bundesländer wehren sich.

Das Land Bayern will über eine Bundesratsinitiative die Einführung des Verbots der betäubungslosen Ferkelkastration hinauszögern. Der Deutsche Tierschutzbund zeigt sich schockiert.

Am 3. September 2018 wird der Agrarausschuss des Deutschen Bundestages über einen Antrag des Landes Bayern entscheiden. Dieser sieht vor, über eine Bundesratsinitiative das Inkrafttreten des novellierten Tierschutzgesetzes zu verschieben. Dabei geht es um das Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration ab Januar 2019. Es soll auf das Jahr 2023 verschoben werden.

Auslöser für den Antrag auf Verschiebung ist die Debatte um den sogenannten "Vierten Weg" für die Ferkelkastration. Damit hätten Tierhalter die Freiheit, die Kastration der Ferkel unter lokaler Betäubung selbst vorzunehmen. Das Verfahren ist in den europäischen Nachbarländern Dänemark und den Niederlanden zugelassen.

Alternative sei tierschutzwidrig

Der Deutsche Tierschutzbund (DTB) hält dagegen die zugelassenen drei Alternativmethoden für ausreichend. Dabei handelt es sich um die Mast unkastrierter Eber, die Impfung gegen Ebergeruch sowie die Kastration unter Vollnarkose. "Auf diese drei Methoden muss sich die Branche endlich vorbereiten, anstatt weiter auf Zeit zu spielen und auf eine tierschutzwidrige Alternative zu setzen", sagt DTB-Präsident Thomas Schröder. Nach Informationen des Deutschen Tierschutzbundes hätten die Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen sowie weitere nicht genannte Bundesländer ihre Unterstützung für den Antrag zugesagt.

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