Schweinehaltung

Polnische Schweinemäster doppelt gekniffen


Die aktuell niedrigen Schweinepreise machen allen europäischen Mästern zu schaffen. In Polen drückt zudem die grassierende Schweinepest auf die Stimmung.

 

„Es wird ein hartes Jahr“, prognostiziert das polnische Internetportal Farmer.pl den Schweinehaltern, die auf anderthalb Jahre relativ einträgliche Jahre zurückblicken. Von Mai 2016 bis Oktober 2017 waren demnach die in Polen zu erzielenden Preise für Schlachtschweine noch kostendeckend. Doch damit sei jetzt Schluss, schreibt Farmer.pl. Mittlerweile bahne sich wieder mit sehr niedrigen Schweinepreisen eine Krise an. Besonders betroffen seien die Mäster, die keine ausreichenden Reserven gebildet haben. Denn vorhergegangen war die lange Marktkrise der Jahre 2014 bis 2016, in denen viele Schweinehalter in Polen Verluste geschrieben hatten. Wie angespannt die Lage war, bestätigen auch Zahlen des Statistikamtes in Warschau. Nach Strukturerhebungen haben zwischen 2013 und 2016 etwa 40 Prozent der Mäster und Ferkelerzeuger aufgegeben.

Schweinepestfälle in „beispielloser Intensität“

Verschlimmert wird die Situation in Polen aktuell noch durch die Afrikanische Schweinepest (ASP). Der Befall hat nach Informationen der Staatlichen Veterinäraufsicht Ende 2017 einen neuen Höhepunkt erreicht. Von Anfang November bis Ende Dezember wurden 333 Krankheitsfälle im Land bestätigt. 736 neue Krankheitsfälle traten im gesamten Jahr 2017 auf. Das ist mehr als viermal so viel wie in den Jahren 2014 bis 2016. Auch wenn das Virus vor allem bei Wildschweinen anzutreffen ist, erinnert Farmer.pl daran, wie schnell es zu Massenausbrüchen in landwirtschaftlichen Beständen kommen kann. Auch die Veterinäre sind besorgt: Weil bislang eine Idee für eine effektive Bekämpfung von Wildschweinen fehle, könnte es in der ersten Jahreshälfte 2018 eine „beispiellose Intensität“ von ASP-Funden in Schweinebeständen geben, warnt die nationale Behörde.

Allerdings macht Farmer.pl den Schweinehaltern auch Mut. Das zweite Halbjahr 2018 soll nach Expertenschätzungen finanziell bessere Ergebnisse bringen als die ersten beiden Quartale dieses Jahres.

stats