Schweinepest

FLI: Deutschland noch frei von ASP


Eine blauer Punkt auf der Karte zum Seuchengeschehen ist in Belgien hinzu gekommen.
Foto: FLI
Eine blauer Punkt auf der Karte zum Seuchengeschehen ist in Belgien hinzu gekommen.

Das Friedrich-Loeffler Institut bemüht sich am Nachmittag um eine ruhige Einschätzung. Die Lage sei ernst und erfordere höchste Wachsamkeit, doch noch ist Deutschland frei von der Seuche. Der Ausbruch in Belgien ist mit großer Sicherheit auf menschliches Fehlverhalten zurückzuführen.

 

Das für Tierseuchen in Deutschland zuständige Friedrich-Loeffler Institut schätzt das Risiko eines Eintrags der ASP weiterhin als sehr hoch ein. "Auf keinen Fall besteht Grund zur Panik, jedoch auf jeden Fall für höchste Aufmerksamkeit", sagte der FLI-Präsident Prof. Thomas Mettenleiter gegenüber agrarzeitung.de. Nach wie vor sei Deutschland frei von ASP, betonte er. Die weite Entfernung zwischen den bisher bekannten Fundorten in den Ländern des östlichen Europas und nun Belgien deute darauf hin, dass der Erreger nicht durch Wildschweine, sondern durch den Menschen verschleppt wurde, heißt es in einer aktuellen Mitteilung des FLI. Bisher sei nicht bekannt, wie der Erreger nach Belgien gelangt sei. Es sei jedoch nicht auszuschließen, dass ein PKW oder Lkw durch Deutschland gefahren sei, bestätigte Mettenleiter. Ob Schweinefleischexporte aus Belgien gestoppt werden, könne zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht gesagt werden. Sicher würden Restriktionsgebiete eingerichtet werden.  



Als Ratschlag für die Praxis könne er wie bisher nur darauf hinweisen, die Maßnahmen zur Biosicherheit auf jedem Schweinebetrieb sehr konsequent umzusetzen und falls notwendig zu optimieren. Darüber hinaus appelliert der FLI-Präsident, alle möglicherweise gefundenen Wildtiere unbedingt zu melden. Ein möglicher Eintrag müsse so früh wie möglich erkannt werden, um sofortige Gegenmaßnahmen einleiten zu können. Die Behörden in den Ländern seien durch konkrete Regelungen und häufige Übungen für einen Seuchenfall vorbereitet.

Sachsen-Anhalt und Dänemark setzen auf Wildzaun

Nach dem heutigen Fund meldete sich die Landwirtschaftsministerin Sachsen-Anhalts Claudia Dalbert zu Wort. Zusätzlich zu den bisherigen Präventionsmaßnahmen habe man entschieden, einen 25 km langen Wildschutzzaun anzuschaffen. Damit könne ein Gebiet mit einem Radius von vier Kilometern eingezäunt werden. Auch in Dänemark sorgte die Meldung für große Sorge. Der Vorstand des dänischen Land- und Ernährungswirtschaftsverbandes (L&F) Jens Munk Ebbesen nannte die Situation "sehr ernst" und forderte seine Regierung auf, "drastische Schritte" zu ergreifen. Das umfasse die baldest mögliche Installation des Wildschutzzaunes an der deutsch-dänischen Grenze. Auch der Schwarzwildbestand müsse "so weit es gehe" verkleinert werden.

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