Seuchengeschehen

Schweinepest lauert in Polen


Die EU-Kommission ist sehr besorgt über das Vorrücken der Afrikanischen Schweinepest.
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Die EU-Kommission ist sehr besorgt über das Vorrücken der Afrikanischen Schweinepest.

Die Schweinepest beunruhigt polnische Veterinäre. Seit dem Herbst sind im Land zwar keine Fälle mehr bei Hausschweinen aufgetreten, doch der Druck durch Wildschweine wächst.

Veterinäre in Polen warnen davor, von einem Erfolg der Bekämpfung gegen die Afrikanische Schweinepest (ASP) zu sprechen. Zwar sind die letzten Fälle in Nutztierbeständen im September 2018 bekannt geworden. Doch eine Analyse des Seuchengeschehens in den vergangenen Jahren zeigt, dass die Infektionen bei Hausschweinen immer vom Frühjahr bis zum Spätsommer ihren Höhepunkt hatten. Deswegen stehen auch 2019 die kritischen Monate noch bevor.

Neuer Rekord der Ausbrüche

Die Staatliche Veterinärverwaltung hat jetzt eine Analyse des ASP-Geschehens 2018 vorgelegt. Das vorige Jahr hat einen neuen Rekord mit 109 Ausbrüchen in Nutzschweinebeständen gebracht. Wie beunruhigend die Lage ist, zeigt sich daran, dass allein 2018 mehr Fälle registriert worden sind als in den drei Jahren 2014 bis 2017 zusammen. Der Höhepunkt des Seuchengeschehens war in den Monaten Juni bis August. Der bislang letzte bekannte Fall bei Hausschweinen wurde in Polen Mitte September festgestellt.

Die meisten Ausbrüche haben 2018 kleine Schweinehalter getroffen. Nach der Statistik der Veterinärverwaltung gab es 37 Ausbrüche in Herden von 1 bis 10 Schweinen und 38 Ausbrüche in Herden von 11 bis 50 Schweinen. Auf der anderen Seite haben Großbetriebe ebenfalls gelitten. Die Krankheit wurde in 9 Herden von mehr als 1.000 Schweinen und in 10 Herden von 200 bis 1.000 Schweinen bestätigt. Der größte Bestand, in der ASP bestätigt wurde, umfasste fast 6.000 Schweine. Insgesamt mussten in Polen 2018 wegen der Schweinepest gut 25.000 Nutzschweine getötet werden.

Ab dem Frühjahr drohen neue Ausbrüche

Nach wie vor sind infizierte Wildschweine das größte Problem in Polen. Allein im Jahr 2018 sind mehr als 2.400 Fälle gemeldet worden. Zum Vergleich: Von 2014 bis 2017 waren es zusammen weniger als 1.000 Funde. Und 2019 geht es unvermindert weiter. Die Veterinärverwaltung meldet allein für den Zeitraum 1. bis 13. Januar 114 neue Fälle bei Wildschweinen. Deswegen appellieren die Fachleute an die polnischen Schweinehalter, alles für die Biosicherheit in den Anlagen zu tun. Außerdem müsse die Wildschweinpopulation drastisch reduziert werden. Anderenfalls drohe im späten Frühjahr und Sommer wieder eine Reihe von neuen Ausbrüchen der Krankheit in Nutztierbeständen.

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