Situationsbericht

Rukwied sieht Landwirtschaft leicht erholt


Joachim Rukwied zeigt wieder ein wenig Zuversicht.
Foto: J_Struck
Joachim Rukwied zeigt wieder ein wenig Zuversicht.

Die wirtschaftliche Lage der deutschen Landwirte hat sich verbessert. Ursache sind hauptsächlich die positiven Entwicklungen in der Tierproduktion, heißt es im Situationsbericht des Deutschen Bauernverbandes.

"Die vergangenen zwei Krisenjahre scheinen allmählich überwunden zu sein" - so DBV-Präsident Joachim Rukwied heute in Berlin. Bei der Vorstellung des Situationsberichts 2017/18 gibt sich Rukwied allerdings nur verhalten optimistisch. Denn das Gewinnniveau vor den beiden vergangenen Krisenjahren werde nach wie vor deutlich verfehlt, unterstreicht er.

Risiko Schweinepest 

Auch seien erneute Risiken an den Märkten erkennbar. In besonderer Weise treffe dies für die Afrikanische Schweinepest (ASP) zu. Sollte ein ASP-Fall in Deutschland auftreten, seien nach Rukwieds Ansicht "katastrophale Wirkungen" für den gesamten Sektor der Schweinehaltung zu erwarten. Es müsse alles getan werden, um die Einschleppung nach Deutschland zu verhindern, appelierte Rukwied.

Produktionswert soll um 8 Prozent steigen

Im Durchschnitt haben sich die Unternehmensergebnisse der landwirtschaftlichen Haupterwerbsbetriebe im Wirtschaftsjahr 2016/17 um etwa ein Drittel im Vergleich zum Vorjahr auf 56.800 € je Betrieb verbessert. Auch erwartet der Bauernverband, dass der Produktionswert der deutschen Landwirtschaft im Kalenderjahr 2017 um acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 57,1 Mrd. € steigen werde.

Durch einen um 14 Prozent gestiegenen Milchpreis hat sich insbesondere die Situation der Milcherzeuger verbessert. Gut erholt haben sich auch die auf Schweine- und Geflügelhaltung spezialisierten Veredlungsbetriebe mit einem Unternehmensgewinn von 60.800 € je Familienarbeitskraft. Dagegen haben die Ackerbaubetriebe mit einem Unternehmensergebnis von 40.700 € je Landwirt ihr Unternehmensergebnis im Vergleich zum Vorjahr nicht verbessern können. Stabil halten sich die Ergebnisse der Ökobetriebe. Sie erzielen im Vergleich zum Vorjahr ein nahezu unverändertes Ergebnis von 51.100 € je Familienarbeitskraft. Dabei ist einzurechnen, dass Biobetribeb mit durchschnittlich 23.200 € höhere Zahlungen aus Agrarumweltmaßmnahmen und Prämien für den ökologischen Landbau erhalten.

Die Agrargenossenschaften der neuen Bundesländer erzielten einen Jahresüberschuss von 16.000 €, im Vorjahr verzeichneten sie noch einen Fehlbetrag von 88.000 €. Die durchschnittlich 23,7 Vollarbeitskräfte je Agrargenossenschaft erwirtschafteten 32.800 € je Arbeitskraft.

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