Soja

Österreich feiert 140 Jahre Sojaanbau

Soja wächst auch in Österreich
Foto: Soja aus Österreich
Soja wächst auch in Österreich

Das Jahr 2018 steht in Österreich im Zeichen der Sojabohne. Der österreichische Agrarwissenschaftler Friedrich Haberlandt führte bereits im Jahr 1878 Anbauversuche in Österreich, Deutschland und den Ländern der damaligen Monarchie durch.

Der Verein Donau Soja sieht Europa auf dem Weg zu einer nachhaltigen, regionalen Eiweißversorgung. So seien österreichische Saatbauunternehmen Marktführer bei Sojasaatgut in Europa, gut ein Drittel aller Sojaflächen in Europa würden mit Saatgut österreichischer Hersteller bebaut. Die Alpenrepublik sei zudem europäischer Spitzenreiter bei der Produktion und Verarbeitung von Lebensmittelsoja. "Hier ist eine hochprofitable Sojawirtschaft entstanden, die für Innovation, Arbeitsplätze und Wertschöpfung steht", betont Donau Soja.

Bedeutende Mengen an Soja werden in Nord- und Südamerika produziert. Der Spitzenreiter sind die USA mit rund 120 Mio. t pro Jahr
Foto: az
Bedeutende Mengen an Soja werden in Nord- und Südamerika produziert. Der Spitzenreiter sind die USA mit rund 120 Mio. t pro Jahr

Im Vergleich zu der weltweit produzierten Menge an Soja spielt Österreich aber eine unbedeutende Rolle. Nach Zahlen des Vereins Soja aus Österreich betrug die Produktion an Soja im Jahr 2017 in dem Alpenland rund 190.000 t. Das meiste Soja wird auf dem amerikanischen Kontinent produziert. Aktuell wachsen dort knapp 280 Mio. t an Soja. Das ist etwa 1.400 mal mehr als in Österreich.
Proteinplan für Europa
Mehr heimische Eiweißpflanzen und dafür weniger Importsoja wünscht sich die EU-Kommission. Bis Ende des Jahres will Brüssel einen Proteinplan vorlegen. Er soll dazu beitragen, den Selbstversorgungsgrad bei Eiweißpflanzen zu erhöhen. Diskutiert werden muss aber noch, wie die Erträge von Lupinen, Soja, Erbsen und Ackerbohnen stabilisiert und gesteigert werden können. Dazu gehört auch die Frage nach geeigneten Sorten, die an die klimatischen Bedingungen in der EU angepasst sind.

Eigentlich liegen die Gunststandorte für den Sojaanbau bisher weniger in Europa und eher im wärmeren Südamerika. Daher wird auch immer wieder Kritik an der Fokussierung der EU-Kommission auf Sojabohnen geäußert. Vertreter der Agrarwirtschaft fordern, neben Nischenkulturen auch Raps in die Strategie mit aufzunehmen. (pio)

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