Sojaexporte

Im Rio Paraná fehlt Wasser


Der Transport von Sojabohnen aus Paraguay nach Argentinien ist durh Niedrigwasser auf dem Parana beeinträchtigt.
Capeco
Der Transport von Sojabohnen aus Paraguay nach Argentinien ist durh Niedrigwasser auf dem Parana beeinträchtigt.

Argentiniens Agrarexporte werden durch Niedrigwasser auf dem Rio Paraná behindert. Auch die Nachbarländer sind betroffen. Kurzfristig wird sich die Lage nicht entspannen.

Die monatelange Trockenheit in Argentinien und Südbrasilien hat die Pegelstände am Rio Paraná in den vergangenen Wochen sinken lassen. In den Häfen im Großraum Rosario am Unterlauf des Flusses können Hochseeschiffe nicht mehr voll beladen ein- und auslaufen. Von Ende Mai bis Ende Juli sank der Pegel von 4 auf 2 Meter. Durch das regelmäßige Ausbaggern der Fahrrinne wird normalerweise ein Tiefgang von 34 Fuß garantiert, das sind 10,36 m. Derzeit sind maximal 32 Fuß möglich, berichtet die Getreidebörse in Rosario. Für Panamax-Frachter mit einer Kapazität 47.500 t bedeute das einen Verzicht auf 4.200 t Ladung.


Die Pegelstände am Paraná sind so niedrig wie zuletzt im Jahr 2009. Grund für den Wassermangel sind unterdurchschnittliche Regenfälle im nördlichen Argentinien und südlichen Brasilien. Kurzfristig wird sich an der Situation nichts ändern, denn selbst wenn es am Oberlauf des Paraná regnet, dauert es einen Monat bis das Wasser in Rosario ankommt. Ein weiteres Problem sind mehrere große Stauseen, darunter der Itaipu, der das gleichnamige Kraftwerk mit einer Leistung von 14.000 MW versorgt. Die Betreiber sind daran interessiert die Seen für eine konstante Stromproduktion wieder aufzufüllen.

Wichtigstes Zentrum für die Sojaverarbeitung

Die Börse in Rosario betont die Bedeutung des Großraums für die argentinische Wirtschaft. In dem Gebiet konzentrieren sich 78 Prozent der Verarbeitungskapazität von Sojabohnen. An dem 70 Kilometer langen Abschnitt des Paraná existieren 29 Hafenanlagen, 19 davon sind auf den Umschlag von Getreide, Pflanzenöl, Sojaschrot und anderen Agrarprodukten spezialisiert. An 12 Häfen werden in Ölmühlen Sojabohnen verarbeitet.

Paraguay exportiert weniger Sojabohnen

Wegen der kleineren argentinischen Ernte sind die Mühlen in diesem Jahr besonders auf Importe aus den Nachbarländern angewiesen. Doch auch der Rohstoffnachschub aus Paraguay ist wegen dies Niedrigwassers nur eingeschränkt möglich. Die Kammer für den Außenhandel mit Getreide und Ölsaaten Capeco in der Hauptstadt Asuncion beklagt für den Juli einen Einbruch der Sojaexporte. Die Logistikprobleme seien dafür verantwortlich, dass sich die gesamten Soja-Ausfuhren im den ersten sieben Monaten des Jahres um 3 Prozent auf 5,1 Mio. t verringerten. Wichtigster Abnehmer war Argentinien mit einem Anteil von 63 Prozent. Auch im Transport Flussaufwärts sorgt das Niedrigwasser für Probleme. Engpässe werden unter anderem  bei der Versorgung mit Mineralöl befürchtet.

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