Stall der Zukunft

Bartels kritisiert Klöckner


Laut dem früheren niedersächsischen Agrarminister blendet die Bundeslandwirtschaftsministerin aus, welche Kosten der Stallumbau berge. Er fordert ein unterstützendes Finanzierungsmodell.

Der Vorsitzende des Agrar- und Ernährungsforum Oldenburger Münsterland (AEF), Uwe Bartels, lässt kaum ein gutes Haar an den Plänen des Bundesagrarministeriums (BMEL) für einen "Stall der Zukunft" und für das staatliche Tierwohllabel. "Für das staatliche Tierwohllabel fehlt noch immer eine klar verlässliche Zieldefinition mit konkreten Aussagen, wie diese Ziele unter den herrschenden Marktbedingungen, aber auch vor dem Hintergrund rechtlicher Hindernisse überhaupt umgesetzt werden können", kritisierte der AEF-Vorsitzende. Damit reagierte er auf die Stellungnahme von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU), die jüngst den Nutzen des Labels bei der Vermarktung von Fleisch aus Tierwohl-Ställen bekräftigt hatte.

Darüber hinaus bekräftigt Bartels Bedenken zum BMEL-Projekt "Stall der Zukunft", deren Ergebnisse kürzlich in Berlin vorgestellt wurden. Dazu zählten neben den fehlenden Aussagen zu Zielen die aus seiner Sicht erheblichen Kosten von Um- und Neubauten für die Ställe. Im Rahmen des Projekts hat eine betriebswirtschaftliche Berechnung eine Kostensteigerung um mehr als 30 € pro Mastschwein ergeben. Das entspricht einer Steigerung um rund 16 Prozent. Hauptkostentreiber sei das größere Platzangebot, analysierten die Projektbeteiligten.

Der AEF-Vorsitzende warf Klöckner nun vor, sie blende diese "klaren Erkenntnisse" bei ihren Überlegungen zum staatlichen Tierwohllabel aus und tue nichts, "die schweren Mängel abzustellen". Bartels fordert ein unterstützendes Finanzierungsmodell, das die Finanzierungslücken zwischen den Produktionskosten und der Zahlungsbereitschaft der Verbraucher schließe.

 

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