Strafzölle

Fox News leidet mit den Soja-Farmern

Soja-Farmer Danny Murphy aus Mississippi befürchtet durch den Handelsstreit für seinen 600-Hektar-Betrieb Einbußen von 150.000 US-$.
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Soja-Farmer Danny Murphy aus Mississippi befürchtet durch den Handelsstreit für seinen 600-Hektar-Betrieb Einbußen von 150.000 US-$.

Der Handelskrieg zwischen den USA bringt den Landwirten große Verluste, berichtet der Fernsehsender Fox News. Nobelpreisträger Paul Krugman prophezeiht in einem Beitrag für die New York Times die Problemlösungsstrategie von Präsident Tump.

In den US-Medien wird über die möglichen Auswirkungen der chinesischen Strafzölle auf die Agrarbranche in den USA diskutiert. In einem Beitrag des als Trump-freundlich geltenden Senders Fox News beklagt Soja-Farmer Danny Murphy aus Mississippi die Auswirkungen des Preisverfalls für seinen Betrieb. Sollten sich die Preise nicht erholen, drohe ihm ein Einkommensverlust auf 150.000 US-$, berichtet der Landwirt im Interview. Weil der Handelsstreit erst nach der Sojaaussaat ausgebrochen sei, habe er keine Möglichkeit gehabt, auf andere Kulturen auszuweichen, ärgert sich  Murphy, der auf seiner 600-Hektar-Farm je zur Hälfte Mais und Sojabohnen anbaut.

Umstieg auf Maisanbau keine Alternnative

60 Prozent der US-Sojabohnenexporte wurden im vergangenen Jahr nach China verkauft, stellt American Soybean Association (ASA) fest, die 300.000 Produzenten vertritt. Mit 14 Mrd. US-$ machen die Bohnen mehr als 10 Prozent aller Ausfuhren der USA nach China aus. Für die aktuelle Ernte sieht die Organisation durch den Preisverfall Mindereinnahmen von 6. Mrd. US-$. Brandon Wipf, Soja-Farmer aus South Dakota und Mitglied im ASA-Vorstand, erwartet, dass viele Farmer ihre Anbaustrategie ändern werden, wenn sich die Lage verschlechtert. Doch Alternativen sieht er skeptisch: „Wenn zum Beispiel alle auf Mais umstellen, was wird der Preis für Mais wohl tun? Er wird einbrechen“, so Wipf im Fox-News-Interview.

Krugman fürchtet die große Sojabohnen-Verschwörung

In der Trump-kritischen New York Times setzt sich der Ökonom Paul Krugman mit den negativen Folgen des Handelskrieges auseinander. Unter der Überschrift „Die große Sojabohnen-Verschwörung“ prophezeit der Nobelpreisträger, dass der „wirtschaftliche Fallout des Handelskrieges hässlich sein wird“. Er befürchte „hässliche Diskussionen“ in den USA, denn die Trump-Regierung werde die Verantwortung für die zu erwartenden Probleme nicht bei sich suchen. Stattdessen habe bereits die Suche nach Sündenböcken begonnen. Für die steigenden Stahl- und fallenden Sojapreise habe Handelsminister Wilbur Ross die Profitgier „antisozialer Spekulanten“ verantwortlich gemacht und eine Untersuchung gefordert. Dabei seien die Folgen für den Stahl- und Sojamarkt nur ein kleiner Vorgeschmack auf die bevorstehenden Verwerfungen.

Regierung von Verschwörungstheoretikern befallen

Die Regierung werde „unter jedem Bett Bösewichte sehen“ und die negativen Auswirkungen des Handelskonfliktes George Soros und dem „Deep State“ zuschreiben, erwartet Krugman. Sarkastisch fügt er hinzu, dass er nicht sicher sei, wie die Regierung die lateinamerikanischen MS-13 Gangsterbanden hineinziehen werde, aber „sie werden es sicher versuchen“. Für seine düstere Prognose nennt Krugman zwei Gründe: Zum einen habe die Regierung „keine Ahnung, was sie tut“ und sei auf den bevorstehenden Rückschlag völlig unvorbereitet. Zum anderen sei der Apparat von Verschwörungstheoretikern befallen.

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