Wegen der einzigartigen Kombination der Ökosysteme „Baum“ und „Wiese“ sind Streuobstwiesen besonders artenreich.
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Wegen der einzigartigen Kombination der Ökosysteme „Baum“ und „Wiese“ sind Streuobstwiesen besonders artenreich.

Bayerische Behörden warnen vor hohen Strafen bei illegaler Baumfällung. Umweltminister Glauber rät den Landwirten, die Füße erst einmal still zu halten.

Aktivismus pur: Einige bayerische Bauern haben die Bevormundungen von Naturschützern satt und greifen zur Kettensäge. Vor allem aus den Landkreisen Forchheim und Rosenheim war zu lesen, dass sie Bäume in ihren Streuobstwiesen gefällt haben, um einer befürchteten Unterschutzstellung zuvorzukommen.
Diese Kopflosigkeit hat für erheblichen Ärger gesorgt. Doch ist ein Absägen nicht grundsätzlich verboten. Allerdings lässt die aktuelle Rechtslage ein Fällen nur unter bestimmten Voraussetzungen zu, klärt das Landratsamt Forchheim auf. Demzufolge ist zum Beispiel ein Fällen während der jetzigen Aufzuchtzeit verboten. Das Landratsamt rät den Landwirten dringend, „eine sorgfältige Ortseinsicht im Hinblick auf die Regelungen durchzuführen“. Sollten zum Beispiel aktiv genutzte oder besetzte Baumhöhlen, Vogelnester oder Brutaktivitäten festgestellt werden, so ist das Fällen nicht zulässig, betont das Amt und appelliert an die Bauern, zum Erhalt „unserer einzigartigen fränkischen Kulturlandschaft“ beizutragen.
Regeln zum Bäumefällen

Tierart bestimmt Bußgeldhöhe

Verstöße werden unter bestimmten Voraussetzungen nicht als Ordnungswidrigkeit, sondern als Straftatbestand geahndet. Dann ist die Staatsanwaltschaft zuständig und eine Geld- oder eine Freiheitsstrafe fällig. Laut bayerischem Bußgeldkatalog kann das illegale Bäumefällen zwischen 50 und 50.000 € kosten. Die Bußgeldhöhe ist dem Landratsamt zufolge von vielen Faktoren abhängig, beispielsweise dem Schutzstatus der betroffenen Tierarten. Er kann deshalb nicht pauschal festgelegt werden. Ebenso verhält es sich mit der Grenze zur Straftat. Je strenger ein Tier geschützt ist, desto eher ist man im Bereich der Straftat.

Große Vielfalt
Laut Landratsamt Forchheim können im Streuobst rund 5.000 Tier- und Pflanzenarten vorkommen. Gerade die extensive Bewirtschaftung der Streuobstwiesen sorgt für diese große Vielfalt an Vögeln, Insekten, Säugetieren und Pflanzen.

Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber versucht, die erhitzten Gemüter zu beruhigen. Er appelliert an die Landwirte, die Beratungen im Landtag ersteinmal abzuwarten. Gleichzeitig versichert er, dass die Bewirtschaftung der Streuobstwiesen weiter vollumfänglich zulässig sein muss. „Die in Franken intensiv bewirtschafteten Streuobstbestände sind keine Biotope“, erklärt Glauber. Gleichzeitig informiert das Umweltministerium darüber, dass die fehlerhaften Kartierergebnisse zu den Streuobstbeständen im Landkreis Forchheim zurückgezogen wurden und auf der entsprechenden Homepage nicht mehr angezeigt werden. 

Im Zuge des bayerischen Volksbegehrens „Rettet die Bienen“ kann die vorgesehene Änderung des Bayerischen Naturschutzgesetzes auch die gesetzliche Unterschutzstellung von Streuobstwiesen zur Folge haben.

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

  1. Wilhelm Hahn
    Erstellt 9. Mai 2019 21:11 | Permanent-Link

    Die Verstaatlichng des Privateigentums ist im vollem Gange. Honecker lässt Grüßen

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