Seit rund 30 Jahren, also seit der deutschen Wiedervereinigung, steigt die Bevölkerungszahl in Großstädten und Ballungsräumen, während immer weniger Menschen in ländlichen Regionen wohnen. Das geht aus dem Raumordnungsbericht 2017 des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung hervor.

Derzeit weisen knapp 70 von rund 400 Kreisen einschließlich kreisfreier Städte in Deutschland weniger als 100 Einwohner pro Quadratkilometer auf. Damit gelten diese Regionen als „dünn besiedelt“. Bis 2035 könnten rund 50 Kreise und damit jeder siebte Kreis in den alten und 45 Kreise in den neuen Ländern in diese Kategorie fallen. Damit würde die Hälfte der ostdeutschen Landkreise als dünn besiedelt gelten.

32 Wanderungen pro 1.000 Einwohner

Aus dem Bericht geht hervor, dass zwischen 2005 und 2015 überwiegend Landgemeinden Bewohner verloren haben. Wohingegen sich vor allem die Großstädte und Großstadtregionen mit mehr als 1,4 Millionen Einwohner vergrößert hätten. Im gleichen Zeitraum seien 37 Prozent der mittelgroßen Städte und 52 Prozent der Kleinstädte geschrumpft. Diese Wanderungsmuster dürften dem Bericht zufolge auch künftig gelten. Pro Jahr fänden etwa 2,6 Millionen Zu- oder Fortzüge über Kreisgrenzen hinweg statt. Das entspricht rund 32 Wanderungen pro 1.000 Einwohner.

Land stirbt aus
Während die meisten Großstädte ihre Altersstruktur durch Zuwanderung stabil halten könnten, steige der Altersdurchschnitt in vielen ländlichen Regionen und Umlandregionen der Großstädte im Verhältnis stärker an. Im 2035 würden knapp sieben Millionen Menschen über 80 Jahre alt sein.

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