Studie

Verbraucher würden mehr für „ethische Milch“ zahlen


Bis zu 24 Cent mehr je Liter würden Verbraucher bei Laufstallhaltung mit Weide zahlen. Entscheidend seien mehr Informationen und ein vertrauenswürdiges Label, erklären Wissenschaftler aus Cottbus.

Ein Großteil der Verbraucher in Deutschland ist bereit, für Milch mit ethischen Attributen mehr zu bezahlen. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler der Brandenburgischen Technischen Universität in Cottbus-Senftenberg, meldet Agra-Europe. Voraussetzung sei, dass bei der Produktion Faktoren wie eine tiergerechtere Haltung, Artenschutz, faire Preise für die Landwirte oder eine regionale Erzeugung verwirklicht werden, so die Wissenschaftler.

Grundlage der Arbeit ist eine repräsentative Umfrage unter 1.040 Käufern konventioneller Milch. Demnach gab es die höchste Zahlungsbereitschaft für Milch aus der Haltungsform Laufstall in Kombination mit Sommerweide, für die die Befragten im Schnitt einen Aufschlag von 24 Cent/l akzeptierten. Für die Unterstützung regionaler Betriebe ermittelten die Autoren eine Zahlungsbereitschaft von 13 Cent/l; bei den Faktoren Artenschutz und faire Preise für kleine Betriebe mit unterdurchschnittlichem Einkommen waren es 9 Cent beziehungsweise 7 Cent je Liter.

Anbindestall wird auch akzeptiert

Zudem gaben die Befragten im Mittel an bereit zu sein, 8 Cent/l für die Unterstützung kleinerer Milchbetriebe mit Anbindestall - mit oder ohne Sommerweide - zu bezahlen. Dass auch eine Zahlungsbereitschaft bei Anbindstallhaltung bestehe, zeige, dass Gerechtigkeitsaspekte, wie die Unterstützung kleinerer Betriebe mit unterdurchschnittlichem Einkommen, Tierwohlbelange bei der Kaufentscheidung zum Teil aufwögen, erläuterten die Wissenschaftler. Ihnen zufolge lässt sich aus dem Gesamtergebnis schließen, dass die Einführung sogenannter ethischer Milchattribute in die Produktion und Vermarktung von konventioneller Milch zu einer Preisstabilisierung beitragen könne.

Ein Grund für diesen Wandel in der Preissensitivität der Käufer sehen die Autoren unter anderem in der Bereitstellung von Informationen zum Thema Milchproduktion im Rahmen der Befragung.  Dementsprechend seien Marketingmaßnahmen mit Angaben auf der Verpackung, zum Beispiel zur Tierhaltung, erfolgsversprechend. Auch sei die Etablierung von einfach zu erkennenden und glaubwürdigen Labels erforderlich. Ein staatliches Tierwohllabel für Milchkühe oder ein bundesweites Weidemilchlabel, könne Erfolg auf dem Markt haben, so die Autoren.

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