Foto: Messe Köln

In Köln ist am Sonntag die Internationale Süßwarenmesse ISM gestartet. Die Lust auf Süßes ist in Deutschland ungebrochen hoch. Dennoch wandelt sich die Branche.

Rund 1660 Aussteller aus 73 Ländern zeigen in Köln auf der internationalen Süßwarenmesse ISM die neuesten Snack-Trends. Eine der wichtigsten Zutaten ist und bleibt dabei Zucker. Und der Absatz stimmt. So rechnet Europas größter Zuckerproduzent, die Südzucker AG, für das Geschäftsjahr 2017/18 (März/Februar)  mit einem um 0,2 Mrd. € gestiegenen Konzernumsatz, der dann bis zu 7,1 Mrd. € erreichen könnte. "Der Absatz von Zucker profitiert vom Wachstum und Wohlstand der Weltbevölkerung", sagt Wolfgang Heer, Vorstandsvorsitzender der Südzucker AG in der FAZ. Insbesondere im Nahen Osten und in Afrika sieht er gute Exportchancen. Aber auch in Deutschland läuft das süße Geschäft gut. 2017 gaben Verbraucher für Süßigkeiten pro Kopf rund 97 Euro aus. Der Verbrauch bleibt seit nahezu rund 25 Jahren gleich hoch. 


Von Vorschriften zur Verringerung des Zuckeranteils in Lebensmitteln will man daher in Köln nichts wissen. "Bei Süßwaren steht für den Verbraucher der Genuss im Vordergrund. Dass sie Zucker und Kalorien enthalten, weiß jeder", erklärte Bastian Fassin vom Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI). 

Absage an Zuckersteuer

Der BDSI wendet sich gegen eine staatliche Einmischung. Die Hersteller von Süßwaren und Knabberartikeln würden auch so ihr Angebot fortentwickeln und auf neue Verbraucherbedürfnisse reagieren, so der BDSI. Neben Varianten mit reduziertem Zucker-, Fett- bzw. Salzgehalt sind in Köln auch vegane und laktosefreie Snacks im Angebot. 

Das Geschäft der Süßwarenindustrie läuft gut. Nach Schätzungen des BDSI blieb die Produktion der über 200 industriellen Hersteller deutscher Süßwaren und Knabberartikel im Jahr 2017 mit ca. 3,8 Mio. t stabil (0,2 Prozent). Wertmäßig stieg die Produktion um etwa 1,5 Prozent auf rund 12 Mrd. €. 
Dennoch bezeichnet der Verband die Situation als "durchwachsen". Ursache sind die leicht rückläufigen Exporte. Das lag vor allem an dem Brexit, der dem Geschäft mit Großbritannien schadete. Ebenso hätten die Rohstoffkosten die Ertragslage belastet. Dazu trugen laut BDSI unter anderem die hohen Butterpreise bei. Die größte Herausforderung im Jahr 2018 bleibt für die Süßwarenindustrie ein volatiler Rohstoffmarkt.

Impressionen von der Internationalen Süßigkeitenmesse: Zwischen süß und "weniger ungesund"



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