Tarifabschlüsse

Zuckerarbeiter bekommen mehr Lohn


Nach vier Verhandlungsrunden gibt es einen Tarifvertrag für die Beschäftigten in der deutschen Zuckerindustrie. Die Löhne steigen wegen der schlechten Zuckerpreise aber nur moderat.

Die Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen der rund 5.500 Beschäftigten steigen rückwirkend zum 1. April 2018 um zwei Prozent. Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit von 12 Monaten. Begleitet wurde diese Tarifverhandlung durch eine lautstarke Aktion von mehr als 250 Beschäftigten aus allen deutschen Zucker-Standorten. Dank dieser Unterstützung am Verhandlungsort sei es erst möglich geworden, die Blockadehaltung der Arbeitgeber aufzubrechen und diesen Abschluss zu erzielen, sagt Guido Zeitler, stellvertretender Vorsitzender der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten
Höhere Rübenfläche für 2019/20 angepeilt
Nach dem Auslaufen der europäischen Zuckermarktordnung im Oktober 2017 haben die deutschen Unternehmen die produzierte Zuckermenge von 3,6 auf 5,1 Mio. t gesteigert. Eine solche Mengensteigerung führt zu einem Preisdruck. Denn auf dem Weltmarkt sind die Zuckerpreise sehr niedrig. In fast allen europäischen Ländern wurde nach Ende der Zuckermarktordnung im Oktober 2017 die Produktionsmenge erhöht. So wurde innerhalb der EU die Produktionsmenge von 17,5 Mio. t im Kampagnenjahr 2016/17 auf mehr als 21 Mio. t im Jahr 2017/18 angehoben. Einige Zuckerproduzenten wollen für die Kampagne 2019/2020 erneut zusätzliche Flächen für den Zuckerrübenanbau nutzen.
Zwar entspreche der Tarifabschluss nicht dem Wert, den die Beschäftigten in der deutschen Zuckerindustrie nach der Leistung in den vergangenen Jahren verdient hätten, so Zeitler. Doch vor dem Hintergrund der aktuellen schwierigen wirtschaftlichen Situation auf dem Zuckermarkt, sei er vertretbar.

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