Teutoburger Hofschwein

Troika bringt Tierwohl in den Discount

Foto: Pixabay / Skeeze

In Penny-Märkten finden die Kunden Fleisch und Wurst vom Schwein mit dem Label des Deutschen Tierschutzbundes. Erstmals gelingt es dabei, die Tiere zu einem großen Teil in einem Tierwohlprogramm zu vermarkten.

Im Kühlregal der Pennymärkte finden die Kunden das "Teutoburger Hofschwein" schon seit ein paar Wochen. Am Montag wurde das neue Konzept in einer Penny-Filiale in Köln offiziell vorgestellt. In allen knapp 2.200 Penny-Märkten in Deutschland finden Kunden verschiedene Wurstwaren wie Salami, Leberwurst und Wiener Würstchen. In 550 Filialen  sind zudem Fleischartikel wie Gulasch und Minutensteaks im Sortiment. Gekennzeichnet sind die Packungen mit dem Label der Penny-Eigenmarke Naturgut.

"Neues Kapitel in Erfolgsgeschichte"

Vom Standardsortiment unterscheiden sich die Waren durch die höheren Anforderungen an die Schweinhaltung. Die Teutoburger Hofschweine erfüllen die Kriterien der Einstiegsstufe des Labels "Für mehr Tierschutz" des deutschen Tierschutzbundes. "Wir setzen damit ein Zeichen, dass wir das Angebot unserer Fleisch- und Wurstwaren gemeinsam mit unseren Kunden in Richtung höherer Standards entwickeln wollen", sagte Stefan Magel von Penny Deutschland bei der Präsentation. Hochzufrieden zeigte sich der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Thomas Schröder, der sich darüber freute "die bisherige Erfolgsgeschichte um ein bedeutendes Kapitel erweitern" zu können. 

Drei Schweinehalter aus dem Osnabrücker Land

Produziert werden die Schweine von drei Mitgliedsbetrieben der Erzeugergemeinschaft Osnabrück (EGO). 200 Schweine sollen pro Woche in das Programm geliefert werden, erläuterte der Geschäftsführer der EGO Rudolf Festag. Derzeit würden im eigenen Schlachthof in Georgsmarienhütte bei Osnabrück allerdings nur 150 Scheine pro Woche geschlachtet und zerlegt. Die Teilstücke übernimmt der westfälische Fleisch- und Wurstverarbeiter Stockmeyer, der daraus SB-Fleisch und Wurstwaren herstellt. 
Merr Platz und Abewchslung
Zu den Kriterien für die Einstiegsstufe des Labels "Für mehr Tierschutz" des Deutschen Tierschutzbundes müssen die Tiere rund 50 Prozent mehr Platz erhalten. Vorgeschrieben sind unter anderem kurze Wege zum Schlachthof, Maßnahmen für ein besseres Stallklima, wie eine Wasserverneblung zur Kühlung und organisches Beschäftigungsmaterial wie Strohpellets oder Luzernenheu. Eingriffe wie das Kastrieren ohne Betäubung und das Kupieren der Schwänze sind zu vermeiden.

Durch die Kombination aus Fleisch und Wurst gelinge es, größere Anteile der Schweine in dem Tierwohlprogramm zu verarbeiten, erläuterte Festag, der schätzt, dass rund zwei Drittel der Teutoburger Hofschweine in den Penny-Regalen landen. Die drei beteiligten Landwirte erhalten für ihre Tiere Festpreise, die für einen Zeitraum von zwei Jahren ausgehandelt wurden. Das SB-Fleisch ist rund 40 Prozent teurer als konventionelle Ware, erläuterte Ronny Grohe. Der Bereichsleiter Fleisch und Wurst bei Penny betonte, dass es nicht nur um ein mehr an Tierwohl gehe, sondern auch um eine höhere Fleischqualität, die der Verbraucher schmecken könne. Penny habe deshalb gefordert, mit Duroc-Ebern eine andere Genetik als in der konventionellen Produktion einzusetzen. 

Interesse an weiteren Landwirten

Dass bisher nicht alle Filialen mit Fleisch aus dem Programm beliefert werden, liege an der noch zu geringen Anzahl der verfügbaren Schweine. Ziel von Penny sei es, das Fleisch in allen Filialen anzubieten, stellte Stefan Magel fest. Unter den Mitgliedern der Erzeugergemeinschaft Osnabrück gebe es Interesse, sich an dem Programm zu beteiligen, sagte Rudolf Festag. Die Umstellung der Betriebe auf die Kriterien des Tierwohllabels sei aber nicht einfach und kurzfristig zu realisieren. Vor allem vor der Herausforderung, auf das Kupieren der Schwänze zu verzichten, hätten die Landwirte "allergrößten Respekt". Sollte sich die Nachfrage wie erhofft entwickeln, könnten weitere Schweinhalter gewonnen werden, ist sich Festag sicher. 


Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

stats