Thüringen

Wolfshybride kommen zu den Bären

Wolfswelpen in Niedersachsen
-- , Foto: nabu, Jürgen Borris
Wolfswelpen in Niedersachsen

Wohin mit dem Nachwuchs aus der Paarung von Wolf und Hund? Das Umweltministerium in Thüringen entscheidet sich für eine Unterbringung im Bärenpark Worbis.

Umweltministerin Anja Siegesmund hat nach den Vorgaben des Wolfsmanagements entschieden, die Wolfshybride zu fangen und artgerecht in Worbis unterzubringen. Sollte das nicht jedoch nicht gelingen, "werden wir trotzdem bis Februar handeln müssen. Dann wäre auch ein Abschuss nicht vom Tisch“, erklärte Siegesmund am Mittwoch.

„Wir hoffen sehr, das Fangen und Umsiedeln erfolgreich sind und freuen uns auf die Zusammenarbeit mit dem Bärenpark in Worbis. Er bietet besonders großräumige und naturbelassene Gehege für die artgerechte Haltung der Tiere“, so die Ministerin.

Im Gehege in Worbis leben bereits Bären. Sie könnten sich zukünftig das das Areal mit den Wolf-Hybriden teilen. Mit dem Konzept der gemeinsamen Haltung von Bären und Wölfen wurden bisher sehr positive Ergebnisse erzielt.

Zum Hintergrund
Seit Mitte Oktober 2017 steht fest, dass eine Thüringer Wölfin Nachwuchs hat von einem Haushund hat. Die Hybriden können weniger Scheu vor Menschen als Wölfe haben, das macht sie potentiell gefährlich. Das Umweltministerium hat nun die Möglichkeiten einer Entnahme geprüft, die im Wolfsmanagementplan Thüringen festgeschrieben wurde. Der Fang und die Umsiedlung soll erfolgen, bevor die Hybriden geschlechtsreif werden und sich eigene Reviere suchen - das wäre nach Angaben von Wolfsexperten spätestens im Frühjahr der Fall. Mit der konkreten Ausgestaltung von Fang und Umsiedlung wird das Umweltministerium das damit erfahrene Lupus Institut für Wolfsmonitoring und -forschung aus Sachsen beauftragen. Lupus soll die bevorzugten Aufenthaltsgebiete des Rudels festzustellen und den Fang planen. Wenn die notwendigen Genehmigungen vorliegen und die Rückzugsräume der Wölfin und ihrer Jungtiere ermittelt sind, soll mit dem Fang so schnell wie möglich begonnen werden.

„Wir sind von der Fachkompetenz des Bärenparks überzeugt. Er soll sich mittelfristig zur Thüringer Aufnahmestelle für Wölfe, Hybriden und Luchse entwickeln.  In den nächsten Tagen werden wir einen Kooperationsvertrag unterzeichnen“, so die Ministerin abschließend.

Rüdiger Schmiedel vom Bärenpark in Worbis ergänzt: „Ich freue mich, dass die Thüringer Wolf-Hybriden in unserem Park eine Zukunft haben könnten. Im Sinne des Wildtierschutzes hätten wir eine sehr gute Lösung gefunden. Zudem hätten Thüringerinnen und Thüringer zukünftig Gelegenheit, das Aufwachsen der Tiere weiter zu verfolgen.“

Für den Fang und die Umsiedlung der Hybriden geht es jetzt zunächst darum, dass die Obere Naturschutzbehörde/Landesverwaltungsamt eine Ausnahmegenehmigung erteilt. Das Umweltministerium hat aufgrund der Dringlichkeit die Zuständigkeit auf die der Oberen Naturschutzbehörde übertragen (im Normalfall sind die Unteren Naturschutzbehörden zuständig).

Dort muss nun geprüft werden, ob die Genehmigung erteilt werden kann. Zudem beantragt das Umweltministerium bei den zuständigen Veterinärämtern der beteiligten Landkreise die Genehmigungen zur Fallenjagd und zur geplanten Besenderung der Hybriden und der Wölfin. 

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