Bild: Greenpeace

In Frankreich hat die Umweltorganisation Greenpeace eine Petition gegen Beihilfen für Großbetriebe in der Veredelung gestartet.

Für die „Tierhaltung in Agrarfabriken“ dürften keine Gelder der öffentlichen Hand mehr eingesetzt werden, fordert Greenpeace in Frankreich. Die Mittel müssten stattdessen für die Umgestaltung des Agrarsystems zur Verfügung gestellt werden, berichtet AgrarEurope. Nach Angaben der Umweltorganisation produzieren 1 Prozent der französischen Betriebe mehr als die Hälfte der im Land erzeugten Schweine, Hühner und Eier. Begleitend zu ihrer Kampagne hat die Umweltorganisation eine Karte mit Frankreichs „industriellen Großbetrieben“ im Internet veröffentlicht; erstellt wurde die Übersicht anhand von amtlichen Daten. Der französische Bauernverband (FNSEA) und die Organisation der Junglandwirte (JA) verurteilten die Aktion und reagierten mit scharfer Kritik. Es handele sich um „Denunziation“ und „extreme Gewalttätigkeit“.

Hinter den veröffentlichten Daten stünden Männer, Frauen und Kinder, die stigmatisiert würden. An die Regierung richteten FNSEA und JA die Forderung, die Aktion der Umweltorganisation ebenfalls scharf zu verurteilen und rechtliche Konsequenzen zu prüfen. Deutlich gelassener reagierten indes die anderen Standesorganisationen. Der kleinere Landwirtschaftsverband Coordination Rurale (CR) erklärte, die Vergrößerung der Betriebe erfolge nicht freiwillig, sondern entstehe aus der Notwendigkeit, bei unzureichenden Erzeugerpreisen die Kosten zu senken. Im Übrigen handele es sich nicht um „Denunziation“, da die zugrundeliegenden Daten öffentlich verfügbar seien, so die CR.

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Zustimmung erhielt die Umweltorganisation von der kleinbäuerlich orientierten Confédération Paysanne (Conf‘). Der Verband bezeichnete die „Agrarfabriken“ als „Plage“, die landwirtschaftliche Arbeitsplätze vernichte, Mensch und Tier zu einem Werkzeug für die kurzfristige Rentabilität degradiere und zudem einen Verlust an Know-how befördere.

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