Schweinehaltung

Erneut Misstände in Aschara

In der Schweinezuchtanlage des ehemaligen thüringischen Bauernpräsidenten kommt es erneut zu Verstößen gegen das Tierschutzgesetz. Fünf Tiere mussten notgetötet werden.

Das Landratsamt des Unstrut-Hainich-Kreises bestätigte entsprechende Hinweise der Tierschutzorganisation Peta gegenüber dem MDR in Thüringen. Demnach waren bei einer Kontrolle des Veterinäramts vor einer Woche fünf Tiere in so einem schlechten Zustand, dass sie von ihren Qualen erlöst werden mussten. Das Landratsamt spricht von Verstößen gegen das Tierschutzrecht und das Arzneimittelrecht. Es sei ein vorübergehendes Schlachtverbot erteilt worden.

Die Schweinezuchtanlage gehört zur Agrargesellschaft Adib. Hauptgesellschafter ist der frühere thüringische Bauernpräsident Klaus Kliem. In den Anlagen in Aschara und Wiegleben werden rund 5.000 Tiere gehalten.

Im Frühjahr 2017 ordnete das Amt an, die Anlage zu schließen. Gegen den Adib-Chef Kliem wurde zudem ein Schweinehaltungsverbot verhängt, das später vom Verwaltungsgericht Weimar bestätigt wurde. Im Sommer wurde die Zuchtanlage wegen gravierender Mängel vorübergehend geschlossen. Um dem Tierhaltungsverbot zu entgehen, überführte die Adib ihre Anlagen im September in neue Betriebe - ebenfalls eigene Tochterunternehmen.

Kliem hatte zuletzt gesagt, für diese Betriebe gelte das im Frühjahr erlassene Tierhaltungsverbot nicht. Er beteuerte zudem, dass in den Betrieben die hygienischen Missstände behoben worden seien. Das Veterinäramt des Kreises bestätigte zuletzt, Verfügungen gegen Adib "aus tatsächlichen und rechtlichen Erwägungen" aufgehoben zu haben. Eine Anordnung, die Ställe leerzuräumen und zu desinfizieren, wurde somit wieder zurückgezogen. Auch die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft kommen offenbar nicht voran, meldet der MDR.

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