Tierhaltung

Tierschutzverstöße im Schweinehochhaus


SternTV hat in einer weiteren Sendung über Tierschutzverstöße berichtet. Dieses Mal stammen die Bilder aus dem "Schweinehochhaus" in Maasdorf in Sachsen-Anhalt.

Die Organisation „Deutsches Tierschutzbüro“ hat der RTL-Sendung Stern TV Langzeitvideoaufnahmen zukommen lassen. Diesmal geht es um das „Schweinehochhaus“, eine flächensparende Schweinezuchtanlage für 3000 Tiere auf sechs Stockwerken. Der Verein Tierschutzbüro brach in das Gebäude ein und versteckte dort Kameras, die den Betrieb über mehrere Monate hinweg filmten. Das Ergebnis erfüllt die Erwartungen. Die Anlage war schon mehrmals Anlass für kritische Berichterstattungen.

Zu sehen sind Mitarbeiter, die Ferkel unsachgemäß und nicht den Tierschutzvorgaben entsprechend töten, sie durch den Raum werfen, Schweine treten und mutwillig verletzen. Mehrfach dokumentieren die Bilder Verstöße gegen die „gute fachliche Praxis“. Beispielsweise sind in den Videos Sauen zu sehen, die ohne die Betreuung durch eine Fachkraft werfen. Ferkel werden erdrückt oder verenden in der Eihaut.

Landestierschutzbeauftragter verteitigt illegales Eindringen

Die Bilder wurden der Landestierschutzbeauftragten des Landes Hessen, Dr. med. vet. Madeleine Martin vorgelegt. Wiederholt seien Dinge zu sehen, die „der Staatsanwalt bewerten muss“, so Martin. Für sie sei sehr auffällig, mit welcher Rohheit und ohne jeglichen Respekt vor der Kreatur die Mitarbeiter vorgehen.
Ihr Amtskollege aus Land Sachsen-Anhalt, Dr. Marco König, teilt diese Auffassung. Laut König liegt die Ursache aber nicht an fehlender Sachkenntnis des Stallpersonals, denn die sei auf mehreren Veranstaltungen vermittelt und bei Kontrollen bestätigt worden. König appellierte an die Branche der Schweinehalter, einschließlich der Verbände, gegen solche Verstöße in den eigenen Reihen vorzugehen und sich davon zu distanzieren. „Auch wenn Rechtsverstöße der Tierschutzorganisationen durch Hausfriedensbruch und illegales Eindringen in Ställe schwer hinnehmbar sind, haben sie mindestens aus Tierschutzsicht ihre Berechtigung, solange es die dadurch aufgezeigten Rechtsverstöße gibt“, so König. Auch Sachsen-Anhalts Landwirtschaftsministerin Claudia Dalbert bestätigt, dass Ferkel dort illegal getötet wurden. "Das sind grausame Bilder und das, was dort gezeigt wird, ist kriminell", so die Grünen-Politikerin.

Die Anlage wird von der HET GmbH betrieben. Der Geschäftsführer Michiel Taken äußerte sich nicht zu den aktuellen Vorwürfen. Lediglich seine Mitarbeiter warfen mit Mittelfingern und Verbalinjurien vor der Stern-TV-Kamera um sich. SternTV zeigt sehr emotionale Bilder, die teilweise mit Filtern überlegt sind, um den bewegenden Eindruck noch zu verstärken. Auf diese Effekte hätte man verzichten können. Die Bilder der Kameras und das öffentlichkeitswirksame Verhalten der Mitarbeiter sprechen für sich.

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

stats