Tierquälerei

WLV will keine Schlachttiertransporte in den Nahen Osten

Wie in der ZDF Dokumentation zu sehen, werden 2017 noch immer verletzte Rinder mit einem Kran an einem Vorderbein aufgehängt und weiter auf Lastwagen verladen. Laut ZDF bricht das Bein unter dem hohen Gewicht des Tieres.
Sreenshot ZDF.de /Manfred Karremann
Wie in der ZDF Dokumentation zu sehen, werden 2017 noch immer verletzte Rinder mit einem Kran an einem Vorderbein aufgehängt und weiter auf Lastwagen verladen. Laut ZDF bricht das Bein unter dem hohen Gewicht des Tieres.

Der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband (WLV) fordert ein Ende des Transports von Schlachttieren aus der EU in Drittländer wie die Türkei und den Nahen Osten. Damit reagiert der Verband auf eine aktuelle ZDF-Dokumentation.

Die ZDF-Dokumentationsreihe "37 Grad" sendete gestern einen Beitrag mit der Überschrift "Geheimsache Tiertransporte - Wenn Gesetze nicht schützen". Darin zu sehen waren unhaltbare Zustände auf Transportschiffen und LKW Richtung Türkei und Naher Osten. Weitaus verstörender wirkten zudem die Bilder aus den Schlachthöfen. Die Aufnahmen dokumentierten unvorstellbares Leid, das den Tieren bei der Schlachtung dort zugemutet werden.

Tierschützer berichteten von "Zuständen wie im Mittelalter". Zeigten die Aufnahmen beim Transport einen achtlosen und teils brutalen Umgang, so wurden die Tiere vor der Schlachtung zu allem Überfluss noch massiv misshandelt. Die Schlachter schnitten manchen Rindern die hinteren Sehnen durch und stachen ihnen bei vollem Bewusstsein die Augen aus. Die Reporter am zu der Einschätzung, dass diese Quälereien keine Einzelfälle seien und, dass mit dem Export in diese Länder systematisch geltendes EU-Recht nicht eingehalten werde.


Der Europäische Gerichtshof hatte entschieden, dass das Wohl der Tiere beim Export bis zum letzten Zielort sichergestellt sein muss. Niemand kontrolliert die Transporte, wenn sie einmal die EU verlassen haben, so das Fazit der Reportage. 

WLV fordert nun Exportverbot

Der WLV teilt diese Einschätzung in einer Stellungnahme und fordert ein Exportverbot. „Die verstörenden Bilder zeigen, dass Tierwohlaspekte bei Schlachtviehexporten aus der EU trotz klarer EU-Regelungen offenbar kaum noch eine Rolle spielen, sobald die Tiere die EU-Außengrenzen erreichen“, bemängelt WLV-Präsident Johannes Röring. Er appelliert an die Politik, den Bund und die Europäische Union, gesetzliche Regelungen zu schaffen, die den Transport von Schlachttieren nach Drittländern gänzlich verbieten.

In einer Mitteilng bestätigte Röring, dass der Transport von Schlachtrindern aus der EU durch umfangreiche Rechtsvorschriften zum Schutz von Tieren geregelt sei. So dürfe niemand eine Tierbeförderung durchführen, wenn den Tieren dabei Verletzungen oder unnötiges Leiden zugefügt werden könnten. Tiere dürften nur transportiert werden, wenn sie im Hinblick auf die geplante Beförderung transportfähig seien. Laut WLV hat Deutschland im Jahr 2016 etwa 400 Schlachtrinder in Staaten außerhalb der EU exportiert.

 

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