Tierschutz

Leitfaden zum Thema Nottöten

Viele Landwirte sind unsicher, wann und wie erkrankte Tiere getötet werden müssen. Die LWK Niedersachsen gibt in einem Leitfaden Orientierung.

Bei schweren Erkrankungen, Verletzungen oder angeborenen Missbildungen kann das Nottöten von Nutztieren notwendig sein. In welchen Fällen die Tierhalter handeln müssen und welche Methoden für Schweine zur Verfügung stehen, darüber gibt ein Leitfaden Auskunft, den die Landwirtschaftskammer Niedersachsen in dieser Woche veröffentlicht hat.

Wissenschaftliche Studien hatten gezeigt, dass es beim tierschutzgerechten Töten der Tiere Defizite gibt. So wurden Tiere zu spät von ihrem Leiden erlöst. Durch unsachgemäßes Vorgehen beim Töten erlitten sie vermeidbare Schmerzen. Es sind auch Fälle dokumentiert, bei denen Tiere in Tierkörperbeseitungsanlagen angeliefert wurden, die noch am Leben waren. Deshalb wird in dem Leitfaden auch dargestellt, wie der Tod eines Tieres zweifelsfrei festgestellt werden kann. Außerdem werden verschiedene Verfahren wie Kopfschlag, Bolzenschussgerät oder das Betäuben und Töten mit elektrischem Strom in Wort und Bild erläutert.

Fachtierarzt Dr. Friedrich Delbeck von der Landwirtschaftskammer Niedersachen verwies am Dienstag in Vechta bei der MSD Landwirte-Akademie darauf, dass Tierhalter, die Nottötungen vornehmen, sachkundig sein müssen. Die Landwirtschaftskammer biete Schulungen an und auch in der Berufsausbildung werde dem Thema mehr Raum eingeräumt. Tiere zu töten sei für den Tierhalter immer auch eine psychische Belastung, stellte Delbeck fest. Sie sollten deshalb ein Verfahren wählen, mit dem sie auch emotional umgehen können.

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