Tierschutz

Razzia bei Fleischhändler

In den am Dienstag gesendeten Aufnahmen wird ein Rind brutal verprügelt. Der Beitrag ist in der Mediathek des MDR verfügbar.
Soko Tierschutz
In den am Dienstag gesendeten Aufnahmen wird ein Rind brutal verprügelt. Der Beitrag ist in der Mediathek des MDR verfügbar.
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Erneut gerät ein Schlachtbetrieb in die Schlagzeilen: In Betrieben der Mecke GmbH aus Werne sei es zu schweren Verstößen gegen den Tierschutz gekommen.

Die Anschuldigen erhob am Dienstag das ARD-Magazin "Fakt" unter Berufung auf die Soko Tierschutz, der belastende Video-Aufnahmen zugespielt worden seien. Polizeibeamte hätten mehrere Standorte aus dem Umfeld der Metzgerei in Nordrhein-Westfalen durchsucht, heißt es in einer Pressemeldung der Soko Tierschutz.
 
In einer Tierhaltung der Unternehmensgruppe Mecke seien Tiere in den letzten Monaten systematisch misshandelt worden, monieren die Tierschützer. Beispiele zeigen Videosequenzen aus der zur Gruppe gehörenden Tiersammelstelle, in denen Arbeiter bis auf die Knochen abgemagerte Tiere verprügeln und ein krankes Kalb treten und an den Ohren herumschleifen. Die Bilder sind nichts für schwache Nerven. Das unterstreicht auch Dr. Sylvia Heesen vom Landwirtschaftsministerium in Nordrhein-Westfalen in dem ARD-Beitrag nach Sichtung des Video-Materials. Die Aufnahmen zeigten, dass dort mit einer „mit normalem Menschenverstand nicht mehr nachvollziehbaren Rohheit“ mit Tieren umgegangen wird. Daneben sei der Transport derart kranker Tiere ohnehin verboten. Die Fachtierärztin sieht klare Anhaltspunkte für tierschutzrechtliche Straftaten.

Die Mecke GmbH & Co. KG, zu der laut ARD neben der Tiersammelstelle eine Metzgerei, ein Schlachthof und ein Produktionsbetrieb für Tierfutter gehören, zeigt sich von den Aufnahmen ebenfalls schockiert. Man habe erst tags zuvor Kenntnis davon erlangt, heißt es auf der Webseite des Unternehmens. Man habe beiden Mitarbeitern, die die Verstöße begangen haben, mit sofortiger Wirkung gekündigt. „Die Behörden werden wir bei der vollständigen Aufklärung der Sachverhalte umfassend unterstützen“, kündigen die Verantwortlichen an und stellen klar: „Tierschutzverstöße werden in unserem Unternehmen in keiner Weise geduldet.“ In den knapp 100 Jahren seit Bestehen des Familienunternehmens habe es keine Verstöße gegen den Tierschutz gegeben, „wir stehen auch und insbesondere jetzt zu unserer Verantwortung“.

Für den Landtagsabgeordneten und agrarpolitischen Sprecher der Grünen, Norwich Rüße, selbst Bio-Landwirt, beginnt das Problem bei Landwirten, die ihre Tiere nicht behandeln lassen, weil dies zu teuer ist. In dem ARD-Beitrag skizziert er ganze Netzwerke aus Landwirten, Viehhändlern und Schlachthöfen, „um Geld aus kranken Rindern zu machen“. „Da haben wir im Milchviehsektor ein massives Problem“, unterstreicht Ryse im Gespräch mit dem Fakt-Redakteur.

Dieser Text erschien zuerst auf www.fleischwirtschaft.de.
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