Tierschutzdebatte

Spanien streitet über Käfigeier


Die Kampagne einer Tierschutzorganisation gegen Käfigeier stößt bei Produzenten und Verkäufern auf Widerstand. Die Unternehmen fühlen sich erpresst.

Die Haltung von Legehennen erhitzt in Spanien die Gemüter. Die Tierschutzorganisation Igualdad Animal stellt Unternehmen an den Pranger, die Käfigeier anbieten oder verarbeiten. Die angegriffenen Firmen kritisieren gegenüber der spanischen Nachrichtenagentur EFE den „Druck“, dem sie ausgesetzt sind und werfen die Tierschützern „Erpressung“ und „Zwang“ vor, wollen mit diesen Aussagen aber nicht namentlich zitiert werden.

Eines der wenigen Unternehmen, das sich öffentlich gegen die Kampagne stellt, ist der Handelskonzern Grupo Dia, der landesweit mit 67.000 Mitarbeitern 7.400 Supermärkte und Geschäfte betreibt. Im Juli hatte Igualdad Animal vor der Konzernzentrale und in Geschäften gegen den Verkauf von Käfigeiern protestiert. Das Unternehmen stellte klar, dass Eier aus verschiedenen Haltungssystemen angeboten werden und der Kunde entscheiden könne, welche Eier er kaufen möchte. Die Käfighaltung sei ein in der EU zugelassenes Produktionssystem und es sei nicht erkennbar, dass es von der Mehrheit der Verbraucher abgelehnt werde.


Ziel der Kampagne sind neben den Einzelhandel auch Hotels und Gaststätten. Betroffen war unter anderen die Kette VP Hotels, die beklagte von Tierschützern auf Reiseportalen wie Tripadvisor schlechte Bewertungen erhalten zu haben. Einige in Spanien tätige, meist ausländische Unternehmen aus dem Einzelhandel und der Gastronomie haben bereits zugesagt, Käfigeier aus ihrem Angebot zu verbannen, zum Teil aber erst in einigen Jahren. Dazu zählen unter anderem Aldi, Lidl, Mc Donald`s, Nestlé, Subway und Burger King.

Teil der aktuellen Kampagne von Igualdad Animal sind bei Stalleinbrüchen aufgenommene Videos aus Käfighaltungen, die in sozialen Netzwerken verbreitet werden. Die dort dargestellten Szenen spiegelten nicht die Realität der spanischen Eierproduktion wieder, kritisierte die Direktorin des Branchenverbandes Inprovo María del Mar Fernández. Pauschale Kritik an der Käfighaltung lehnt sie ab. Es gebe keinen direkten Zusammenhang zwischen bestimmten Produktionssystemen und dem Tierschutz. Entscheidend seien andere Parameter wie die Verfügbarkeit von Nahrung und Wasser, die Gesundheit und das Verhalten der Tiere sowie die Unterbringung, die in allen Systemen komfortabel sein sollte.

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