Tierseuche

Schweinepest beunruhigt Polen


Die Schweinepestfälle in der Region Warschau nehmen zu. In Polen müssten wesentlich mehr Wildschweine gejagt werden, um das Problem in den Griff zu bekommen.

Die Zentrale Staatliche Veterinärbehörde in Pulawy hat am Dienstag bekannt gegeben, dass Anfang Dezember an drei Orten in der Umgebung von Warschau weitere mit Afrikanischer Schweinepest (ASP) befallene Wildschweine gefunden worden sind. Eines der verendeten Tiere lag in einem Park in einem Vorort der polnischen Hauptstadt.

Die polnische Schweinebranche ist alarmiert. Bis Ende Oktober 2017 waren bereits 103 Funde von ASP in Hausschweinen und 555 Funde in Wildschweinen bestätigt worden. Doch die Fälle waren bislang auf die Ostgrenze des Landes begrenzt. Mitte November sind dann aber erstmals an dem Virus verendete Tiere 30 km nördlich von Warschau gefunden worden.

Polnische Jäger schießen zwar vermehrt Wildschweine, aber offenbar nicht genug. Der Landwirtschaftsminister des Landes Krzysztof Jurgiel kündigte an, die Gesetze ändern zu wollen, damit wesentlich mehr Tiere ausgerottet werden. Außerdem steht weiterhin der Plan im Raum, an der Grenze zur Ukraine und zu Weißrussland einen Zaun zu bauen, der die Einwanderung kranker Wildschweine aus dem Osten nach Polen blockieren soll. Die Kosten einer solchen Investition werden auf umgerechnet 25 bis 30 Mio. Euro geschätzt.

Zu den jetzigen ASP-Funden im Umkreis von Warschau äußert der Landwirtschaftsminister die Vermutung, dass die Infektionen auf Nahrungsmittelimporte von in Polen arbeitenden Ukrainern zurückzuführen sein könnten. Jurgiel schloss aber auch vorsätzliches Handeln nicht aus.

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