Tierseuchen

Schweinepest in polnischem Großbetrieb

Im Osten Polens ist auf einem großen kommerziellen Schweinebetrieb die Schweinepest bestätigt worden. Landwirte fürchten demnächst weitere Fälle.

Das Staatliche Veterinärinstitut im polnischen Puławy bestätigt am heutigen Mittwoch, dass in einem schweinehaltenden Betrieb mit 5.909 Tieren die Afrikanische Schweinepest (ASP) bestätigt worden ist. Er befindet sich in der Gemeinde Orla nahe der weißrussischen Grenze, etwa 200 km östlich von Warschau entfernt. Das Veterinärinstitut berichtet, dass damit in diesem Jahr der neunte Fall von ASP an Hausschweinen bestätigt worden ist. Hinzu kommen allein in diesem Jahr rund 1.000 Wildschweine mit ASP-Diagnose.

Nordosten am meisten betroffen

In drei Gebieten hat die Schweinepest beunruhigende Ausmaße erreicht. Traditionell betroffen sind der Nordosten des Landes an der Grenze zu Weißrussland und der Südosten an der Grenze zur Ukraine. Seit November 2017 gibt es auch Funde in der Region um Warschau, die sich im Mai 2018 verstärkt haben. Außerdem ist die Region östlich von Danzig in Ermland-Masuren nahe der Grenze zum russischen Kaliningrad betroffen.

Bauern sind sauer

Im polnischen Internetportal farmer.pl melden sich nach dem jetzigen Ausbruch in einem Großbetrieb erboste Bauern zu Wort. Sie werfen dem polnischen Staat vor, dass viel zu wenig geschieht, um endlich der Schweinepest in Polen Herr zu werden. Sie fordern, rigoroser gegen Wildschweine vorzugehen und nicht mit den hohen Populationen noch kaufkräftige Jäger anzulocken. „Das Problem liegt im Wald und nicht bei den Bauern“, sagt ein Landwirt. Er fürchtet, dass nach der Getreideernte die Schweinepestfälle in kommerziellen Betrieben noch zunehmen. Denn dann wird Getreide verfüttert, das von Feldern stammt, auf denen sich möglicherweise infizierte Wildschweine aufgehalten haben.

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